Buben zündeten Flüchtlingsheim an

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Zwei 15-jährige Afghanen wurden als Brandstifter des Flüchtlingsheims in Hirtenberg, NÖ, überführt.

Sie wollten nicht im abgeschiedenen Hirtenberg leben und haben sich gedacht, wenn sie das Haus zerstören, werden sie nach Wien verlegt." So beschreibt Erich Rosenbaum, Leiter der Brandermittler im NÖ-Landeskriminalamt, das Motiv jener Brandstifter, die in der Nacht auf Mittwoch das Flüchtlingsheim "Laura-Gatner-Haus" in Hirtenberg unbewohnbar gemacht haben – der KURIER berichtete.

Zwei 15-jährige Asylwerber aus Afghanistan haben gestanden, das Haus der Diakonie, in dem sie selbst und Dutzende andere jugendliche Flüchtlinge wohnten, in Brand gesteckt zu haben. Die beiden haben eine Matratze in einem leer stehenden Raum angezündet. Der Hinweis auf die beiden kam von anderen Bewohnern des Hauses; im Zuge der Vernehmung gaben die Burschen dann die Brandstiftung zu.

Sie gaben an, dass sie das Haus zerstören wollten. Ein Beschuldigter wurde von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt in U-Haft genommen, der zweite wird auf freiem Fuß angezeigt. Die Flammen wurden zwar rasch gelöscht, das Haus ist aber unbewohnbar. 40 jugendliche Flüchtlinge (13-18 Jahre alt) wurden vorübergehend in einem Notquartier in Wien untergebracht.

Adventkranz

Sieben Verletzte forderte ein Brand im Invaliden-Wohnheim in Schwaz in Tirol in der Nacht auf Donnerstag. In diesem Fall war ein Adventkranz Auslöser. "Er stand auf einem Tisch im Aufenthaltsraum im Erdgeschoß. Und als der letzte ging, vergaß er, die Kerzen auszulöschen", berichtete Bernhard Brandl von der Feuerwehr Schwaz.

Gegen 5 Uhr morgens stand der Raum dann in Flammen, und weil die Tür zum Stiegenhaus offen stand, breitete sich rasch dicker Rauch im dreistöckigen Gebäude aus. Zum Glück bemerkte eine Bewohnerin den Brand und alarmierte die Feuerwehr.
Die neun Personen, die im Wohnheim leben – vorwiegend körperlich oder geistig Beeinträchtigte – reagierten geistesgegenwärtig und warteten an den Fenstern ihrer Wohnungen das Eintreffen der Feuerwehr ab.

"Drei Personen wurden mit der Drehleiter geborgen", schilderte Brandl. Währenddessen machten sich Atemschutztrupps auf zu weiteren sechs Bewohnern, die sie unter so genannten Fluchthauben – mit speziellen Filtern ausgestatteten Hauben – durch das verrauchte Stiegenhaus ins Freie brachten. Fünf Wohnungen mussten für die Bergung aufgebrochen werden. Sieben Personen wurden wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht. Im Einsatz standen 111 Männer der Feuerwehren Schwaz und Jenbach sowie von der Betriebsfeuerwehr Tyrolit.

Erstellt am 08.12.2011