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Niederösterreich
05/31/2016

Brutaler Fall von „Home Invasion“ geklärt

28-jähriger Rumäne wurde wegen versuchten Raubes rechtskräftig zu drei Jahren Haft verurteilt.

Niederösterreichische Kriminalisten haben einen Fall von brutaler „Home Invasion“ geklärt: Am 11. Juli 2015 war ein 85-Jähriger in seinem Haus in Hirtenberg (Bezirk Baden) gefesselt, geknebelt und beraubt worden. Der Fall war am Dienstag Thema eines Strafprozesses in Wiener Neustadt. Ein 28-jähriger Rumäne wurde wegen versuchten Raubes rechtskräftig zu drei Jahren Haft verurteilt, nach seinem Halbbruder (37) wird noch per europäischen Haftbefehl gefahndet, wie die Polizei mitteilte.

Nach Angaben der Landespolizeidirektion NÖ war die Mutter der beiden Männer 2013 und 2014 Pflegerin der inzwischen verstorbenen Lebensgefährtin des Pensionisten gewesen. Der 28-Jährige, der in der Justizanstalt beim Landesgericht Wiener Neustadt inhaftiert ist, zeigte sich bei seiner Vernehmung umfassend geständig und belastete seinen Bruder, an der Tat beteiligt gewesen zu sein.

Mit Klebeband gefesselt

Der 85-Jährige hatte an jenem Sommerabend das Gartentor versperren wollen, als er sich zwei mit dunklen Strickhauben mit Sehschlitzen Maskierten gegenüber sah. Sie zerrten den betagten Mann ins Haus und warfen ihn auf den Boden. Dann wurde das Opfer mit Klebeband nicht nur an Händen und Füssen gefesselt, sondern auch sein Mund verklebt, und an einen Sessel gebunden. Die Täter durchsuchten die Räume, fanden aber kein Geld und erbeuteten lediglich einen kleinen mobilen Kompressor.

Dem Überfallenen gelang es erst nach mehreren Stunden, sich zu befreien. Er erlitt durch die Attacke Abschürfungen und Hämatome an Armen und Beinen sowie am Hals.

Eine geschätzte Stunde musste der alte Mann das Martyrium miterleben: „Ich hab' damals mit meinem Leben abgeschlossen gehabt ... Das kann man nicht so schnell vergessen“, erklärte der 85-Jährige im Zeugenstand.

Praktisch nichts erbeutet

Erbeutet haben die Täter praktisch nichts. Man hatte den Überfallenen gefesselt zurückgelassen, „aber ich habe ihm eine Schere hingelegt, damit er sich befreien kann“, meinte der Angeklagte. „Das hat mir auch nichts genutzt. Ich habe mich einfach aus den Fesseln herausgedreht“, sagte der Pensionist dazu.

„Home Invasion“ nannte der Staatsanwalt die Tat. „Die Intensität der Tatbegehung ist im oberen Drittel anzusiedeln und kann nicht verglichen werden mit einem Handy-Raub in einer Fußgängerzone“, setzte der Richter nach. Deshalb kam auch keine teilbedingte Strafe infrage. „Sie sind in den Rahmen der Schwerstkriminalität eingestiegen“, begründete der Richter das Urteil.

Ministerium wird entscheiden

Der Staatsanwalt forderte die „Übernahme des Strafvollzuges durch Rumänien“, sprich der Verurteilte soll die drei Jahre Haft in einem rumänischen Gefängnis absitzen. Er protestierte dagegen, das Ministerium wird darüber entscheiden.

Wie die Polizei am Dienstag zur Klärung des Falls erläuterte, war der 28-Jährige in seiner Heimat aufgrund eines europäischen Haftbefehles in Zusammenarbeit mit der österreichischen Verbindungsbeamtin bzw. den rumänischen Strafverfolgungsbehörden festgenommen und nach Österreich ausgeliefert worden. Er war bei seiner Vernehmung durch NÖ Kriminalbeamte umfassend geständig und belastete seinen älteren Bruder, an der Tat beteiligt gewesen zu sein.

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