Brütende Hitze: Wirbel um Rindertransport

Polizeikontrolle: Hänger in Schatten verlagert, Wasser für Kühe
Foto: Animal Spirit

Brand-Laaben: Ein Tierschützer alarmiert die Polizei, der Fleischer ist hingegen entsetzt über den "Salat-Esser".

So ein Tiertransport-Horror am heißesten Tag des Jahres ist ein Skandal", wettert Franz-Joseph Plank. Der Tierarzt und Chef des Schutzvereins "Animal Spirit" hat Mittwochmittag in seiner Heimatgemeinde Brand-Laaben (Bezirk St. Pölten) einen Polizeieinsatz ausgelöst. Grund: Ein Viehhändler und Fleischer hatte einen mit zwölf Rindern beladenen Anhänger "zwei Stunden lang in der prallen Sonne" (Plank) auf einem Bauernhof abgestellt, während er mit dem Lkw weitere Tiere holte.

Das würde der Händler, der sich aufgrund spezieller Verladetechnik als "Viehflüsterer" bezeichne, öfter machen, behauptet Plank. Er erstattete Anzeige und fordert "ein rigoroses Vorgehen der Behörden".

Ein Polizist aus Altlengbach rückte an und musste den "Horror" relativieren. "Beim Eintreffen stand der Transporter im Schatten und die Bauern spritzten mit einem Gartenschlauch hinein" berichtet der Beamte. Die Tiere (sieben erwachsene, fünf junge) hätten genügend Platz gehabt.

"Salat"

Der Kuh-Anhänger dürfte nach der ersten Aufregung mit dem Traktor aus der Sonne weg geschleppt worden sein. Der Amtstierarzt kam nicht mehr zeitgerecht zum Lokalaugenschein.
"Der Anhänger ist drei Stunden dort gestanden, aber nur 45 Minuten beladen" versichert Fleischer Josef Gradinger aus Kleinzell. "Wir schauen eh ständig drauf, dass alles human zu geht. Aber wir können ja nicht nur in der Nacht fahren. Wenn man Schnitzel und Rostbraten will, ist es halt einmal so." Der Tierarzt skandalisiere. "Wenn wer nur Salat isst, findet er das halt schlimm."

(KURIER) Erstellt am
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