Chronik | Niederösterreich
10.10.2017

Brisanter Report zum Pannenspital

Nach einer Vielzahl von Schäden im Klinikum legt die Spitalsholding nun dem Land ihren Bericht vor.

Wasser im Keller, Schimmel in der Intensivstation, eine sanierungsbedürftige psychiatrische Abteilung – und das alles nur ein Jahr nach Eröffnung des neuen Krankenhauses in Baden. Jetzt wird das Pannenspital ein Fall für die höchsten politischen Gremien des Landes: In der heutigen Sitzung der Landesregierung wird der zuständige Landesvize Stephan Pernkopf einen Bericht der Spitalsholding über die Serie an Schäden vorlegen.

Aus dem Bericht, der dem KURIER vorliegt, geht hervor, dass in dem rund 190 Millionen Euro teuren Neubau mehr Mängel bestehen, als bisher öffentlich bekannt war. So wies der Terrazzo-Bodenbelag im Eingangsbereich und auf der Dialyse-Station Risse auf. Wandpaneele in Patientenzimmern hatten Sprünge, beim Bodenbelag im Bereich Palliativ und Sonderklasse gingen Klebestellen auf.

"Insgesamt war die Anzahl der Baumängel aus den unterschiedlichen Gewerken im üblichen Bereich, verglichen mit Bauprojekten dieser Dimension", heißt es in dem Papier der Landeskliniken-Holding. Für einen Bereich trifft das aber in keiner Weise zu, wie auch die Holding feststellt: "Eine jedenfalls unüblich hohe Zahl an Mängeln musste aber im Bereich der Wasser- und Abwasserinstallationen festgestellt werden."

Der große Wasserschaden vom Sommer, bei dem rund 6500 Quadratmeter in zwei Untergeschoßen in Mitleidenschaft gezogen wurden, wird im Bericht auf eine geborstene Rohrverbindung zurückgeführt. Die Trocknung läuft nach wie vor, die Sanierungsarbeiten sollen bis März 2018 dauern.

Getrocknet werden muss auch im Behinderten-WC, einer Teeküche, einem Aufenthaltsraum – die Abwasserrohre sind undicht – und im Speisesaal: ein defektes Abflussrohr hat die Decke des darunter liegenden Saals durchnässt. Im Pflegestützpunkt des Pavillon C war das Dach undicht, auch hier traten Wasserschäden auf. Der Schimmelbefall in der Intensivstation ist, wie berichtet, mittlerweile behoben.

Gesamtprüfung

Aktuell läuft aufgrund der Vielzahl der Wasserschäden eine aufwendige Überprüfung sämtlicher Installationen im Spital Baden. Diese "technische Qualitätssicherung" soll mögliche weitere Mängel aufdecken, bevor weitere Schäden entstehen.

Die Holding zieht "den Rückschluss auf eine qualitativ schlechte Ausführung der Installationsfirma sowie der Bauaufsicht". Für die Behebung der Millionenschäden (Schätzungen: 5-7 Mio. €) sollen die ursprünglichen Errichterfirmen geradestehen.

Ein politisches Nachspiel dürfte es in jedem Fall geben: Der Bericht der Holding soll auch dem Landtag vorgelegt werden, heißt es.