Chronik | Niederösterreich
23.08.2017

Brandschutz-Streit: Intendant legt Attest vor, FPÖ sieht weiter Mängel

Intendant Bruno Max reagierte offensiv auf Vorwürfe. FPÖ fordert externes Experten-Gutachten.

"Ich habe ein offenes Haus. Wenn uns jemand bei der Arbeit zusehen mag, ist er willkommen, sofern er ‚Hallo‘ sagt", erklärt Bruno Max und deutet auf "sein" Haus, das Stadttheater Mödling. Nach den Vorwürfen der FPÖ, dass es schwere Brandschutzverstöße gebe, geht der Intendant in die Offensive und führte durchs Gebäude.

Wie berichtet, will die FPÖ bei Beschlussfassung für den neuen Fördervertrag für den eingemieteten Verein "Theater zum Fürchten" Mängel entdeckt haben. Fotos, die der Partei zugespielt wurden, würden verstellte Fluchtwege, Ablagerungen im Bereich des Orchestergrabens und unsachgemäße Verkabelungen zeigen, so Gemeinderat Harald Thau. Auch ein E-Befund sowie die Kontrolle einiger Feuerlöscher seien überfällig.

Beides wurde nun nachgeholt. Ohne Mängel, wie das Attest besagt. Das Haus sei sicher, betont Max, es gebe Steigleitungen, Brandmeldeanlagen und eine Brandsicherheitswache bei jeder Veranstaltung. Beim Rundgang zeigt sich das Theater vor Saisonbeginn aufgeräumt. "In diesem Haus wird aber gearbeitet und Bühnen gebaut", erklärt Max, warum auf den Bildern Brandschutztüren offen stünden oder Gegenstände in Gängen zu sehen seien. "Wir haben keine Werkstätten. Zu jeder Vorstellung ist alles in Ordnung." Der angeblich auf den Fotos gezeigte Orchestergraben voller Holz sei das Holzlager, das mit einer Brandschutztüre und einem Betreten verboten-Schild "gesichert" sei. Somit, meint der Intendant, könnte dem Fotografen sogar Hausfriedensbruch vorgeworfen werden. "Der Orchestergraben ist leer."

Auch die Elektroanlagen würden wie die Brandmeldeanlage gewartet sein. "Ich habe in diesem Haus nie selbst Elektroanlagen verändert", betont er. Der FPÖ seien das Theater und die – aus Max’ Sicht eher moderaten – Subvention in der Höhe von 350.000 Euro ein Dorn im Auge. "Sie hält das Theater für nicht förderungswürdig."

Bei der FPÖ betont man, dass es rein um die Sicherheit der Zuseher gehe. Zudem wolle man lediglich die Kosten, Einnahmen und Gehälter transparent erfasst haben. "Das sind ja nicht die einzigen Subventionen, auch das Land fördert", sagt Gemeinderat Thau. Die FPÖ fordert stärkere Kontrollen und ein Gutachten eines externen Brandschutz-Sachverständigen.