Bomben, Flut, Blackout: Spitäler sind gerüstet

Im Generatorraum des Hauptstadtspitals: Wilfing, Hofbauer, Holding-Manager Helmut Krenn (v.li.) © Bild: ROBERT HERBST

Gemeinsam mit dem Zivilschutz wurden Risikoprofile für alle Krankenhäuser in NÖ entwickelt.

Bombendrohungen gegen Spitäler klingen eher nach einem Stoff für Hollywood-Blockbuster. Trotzdem sind sie Realität. Auch in Niederösterreich. "In Baden und Hollabrunn haben wir das schon erlebt", sagt der zuständige Landesrat Karl Wilfing. Doch auch andere Bedrohungsszenarien haben bereits dazu geführt, dass Teile von Kliniken Hals über Kopf evakuiert werden mussten. Um künftig umfassend gerüstet zu sein, hat die Kliniken-Holding gemeinsam mit dem Zivilschutzverband Gefahrenpotenziale ermittelt. Das Spitalspersonal probt ab sofort den Ernstfall.

Keine Übung war das jüngste Blackout im Klinikum St. Pöltender KURIER berichtete. Finster war es im größten Spital des Landes nur kurz: "Die Notstromaggregate haben die Stromversorgung innerhalb von 15 Sekunden übernommen", bilanziert Wilfing. "50 Prozent der Beleuchtung, Aufzüge, Operationssaal, Lüftungsanlage und andere technische Einrichtungen, die wesentlich für die Versorgung der Patienten sind, haben weiter funktioniert." Drei Aggregate samt 100.000 Liter fassendem Dieseltank können das Hauptstadtspital für eine Woche autark versorgen. Übrigens: Wer sich je gefragt hat, warum manche Steckdosen im Spital rot sind – diese Dosen sind notstromversorgt. Lebenserhaltende Maschinen sind dort eingestöpselt.

Neben der vorhandenen Hardware wird nun gemeinsam mit dem Zivilschutzverband die menschliche Komponente optimiert. "Wir haben Gefahrenpotenziale wie Brand, AKW-Unfall, Bombendrohung, Hochwasser, Stromausfall, Pandemie und andere ermittelt", sagt Wilfing. Für jedes Spital gibt es nun ein Risikoprofil. Alle Mitarbeiter in den Häusern werden vom Zivilschutzverband geschult und zumindest einmal im Jahr findet in jedem Haus eine größere Übung statt. Im Ernstfall können die Landeskliniken auf eine gute technische Infrastruktur und in vielen Fällen auf Betriebsfeuerwehren zurückgreifen. So kann etwa eine Unfallstation mit 40 Patienten innerhalb von zehn Minuten geräumt werden.

"Die Zusammenarbeit beim Thema Zivilschutz zwischen den Krankenhäusern ist von sehr hohem Wert. Wir müssen nicht in jedem Haus jedes Gefahrenszenario neu erarbeiten", sagt Johann Hofbauer, Präsident des Zivilschutzverbands.

Erstellt am 13.03.2014