Chronik | Niederösterreich
16.02.2018

Bioplastik als Alternative

Die Hollabrunnerin Tanja Nitsche studiert Desing in Schweden und entwickelt Innenausstattungen aus erneuerbaren Rohstoffen.

Bereits als Kind hat die heute 25-jährige Hollabrunnerin Tanja Nitsche gerne gezeichnet und gebastelt. Nach der Matura im Bundesgymnasium in Hollabrunn versuchte sie sich zunächst an einem Architekturstudium. "Da habe ich aber schnell gemerkt, dass mich vor allem die Innenraumgestaltung und das arbeiten mit verschiedenen Farben und Materialien interessiert", so die 25-Jährige.

Darum wechselte sie an die HTL Spengergasse, um dort ein Kolleg für Interior- und Surfacedesign zu absolvieren. Dort fand sie vor allem die Liebe zu Textilien. "Ich habe mir dann gedacht, dass es da noch so viel zu lernen gibt, weshalb ich beschloss, ein Studium für Textildesign zu machen." Dafür wanderte die Hollabrunnerin aus. An der University of Derby in Großbritannien und weiterführend an der University of Boras in Schweden sammelte Nitsche die Erfahrungen, die sie brauchte.

Dabei entdeckte sie ihr Interesse an erneuerbaren Materialien. Vor allem Bioplastik. "Dieser Stoff hat sich vor allem in der Verpackungsindustrie verbreitet. Mit den heutigen 3D-Druckverfahren kann man aber so viel mehr aus diesem Material machen und es vielfältig einsetzen."

Umweltschutz

Aus diesem Grund entschied sich Nitsche, sich in ihrem Studium vor allem auf Bioplastik zu konzentrieren. So entstand auch ein eigenes Fertigungsrezept für den Rohstoff. "Mit meinem selbst entwickelten Rezept kann ich alle Eigenschaften selbst bestimmen und auch beobachten, wie sich der Stoff entwickelt."

Der große Pluspunkt für die Designerin: "Es ist zersetzbar und belastet somit die Umwelt nicht. Das war mir persönlich sehr wichtig, denn Innenausstattung in einem Haus ist nicht immer für die Ewigkeit gemacht."

Als Haupteinsatzgebiet sieht Nitsche ihr Material bei allem, was Licht spendet. Darum konzentriert sich die Hollabrunnerin auch auf das Design von Leuchtkörpern in der Inneneinrichtung. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Zunächst will die 25-Jährige ihr Studium in Schweden beenden und sich auf ihre bevorstehende Ausstellung konzentrieren. "Das ist eine Art Abschlussevent der Universität in Boras, wo die Studenten ihre Projekte zeigen."