Stadtchefin Ursula Puchebner, SPÖ, tritt bei Gemeinderatswahl im Jänner erstmals an vorderster Spitze an

© /wolfgang atzenhofer

Chronik Niederösterreich
10/22/2014

"Bin eine glückliche Spitzenkandidatin"

Amstettens SPÖ-Bürgermeisterin Ursula Puchebner steht bei der Gemeindewahl vor nächster Bewährungsprobe.

von Wolfgang Atzenhofer

Ja, ich glaube, dass der Übergang nahtlos gelungen ist.“ Ursula Puchebner trat Ende 2012 die Nachfolge des SPÖ-Langzeitbürgermeisters Herbert Katzengruber an. Vom persönlichen Blickwinkel aus sei der Wechsel „sehr gut und positiv“ geschafft, beurteilt sie.
Als SPÖ-Bürgermeisterkandidatin für die anstehenden Gemeindewahlen von langer Hand fixiert, sagt sie: „Ich bin glücklich, Spitzenkandidatin sein zu dürfen.“
Zwar hätten die anderen Parteien am Beginn ihrer Amtszeit versucht, sie abzutesten und auszuhebeln. „Mittlerweile empfinde ich das Arbeitsklima aber als sehr gut. Der größte Teil aller Tagesordnungspunkte wird im Gemeinderat einstimmig beschlossen.“ Politisch hat der neuen Chefin die satte Mandatsmehrheit im Gemeinderat (SP hält 24 von 42 Sitzen) und ein loyales Kernteam den Rücken gestärkt. Sie selbst hat sich als SPÖ-Parteichefin zurückgezogen und sich damit mehr Spielraum verschafft.
Kuschelkurs ist im Rathaus trotzdem nicht angesagt. „Gegen gewisse politischen Haltungen werde ich mich immer wehren. Wenn jemand fortwährend das Frauenhaus oder die Frauenberatung attackiert, halte ich das für problematisch“, sagt Puchebner in Richtung FPÖ Amstetten.
Diplomatisch antwortet die Stadtchefin auf die Frage, ob das Rathaus mit ihrem Einzug weiblicher geworden ist? „Vielleicht gibt’s kleine Unterschiede zu früher. Ich liebe es, wenn im Advent auch im Rathaus ein großer Christbaum steht und auch für ein Glas Punsch mit allen Mitarbeitern am Tag vor Weihnachten soll Zeit sein“, sagt sie. Wenn an den Stammtischen über eine im Rathaus angebrochene Frauenherrschaft gewitzelt wird (Juristinnen führen das Stadtamt, mehrere Abteilungschefinnen, eine Vizebürgermeisterin, Anm. Red.) bleibt Puchebner gelassen: „Ich stehe voll dazu, habe das aber gar nicht beeinflusst. Beide Juristinnen im Stadtamt sind etwa schon vor meiner Zeit gekommen.“
Sachpolitisch hat Puchebner spontan etliche vollendete und laufende Prestigeprojekte an der Hand. Das Vorzeigeprojekt der multifunktionellen Zentralschule (19,5 Mio. Euro) wurde in ihrer Ära verwirklicht, der Zehn-Millionen-Umbau der Pölz-Halle ist zur Hälfte fertig. Stolz ist sie auf die Kindergartenoffensive: „Sieben unserer 13 Kindergärten sind neu. Der nächste Umbau am Krautberg ist schon geplant.“
ZukunftsbaustellenDie Bürgermeisterin kennt auch die Baustellen der Zukunft. Optimistisch beurteilt sie das Engagement und Wirken des neu installierten Citymanagements mit Sabine Hauger. Ihren Plan, gemeinsam mit den Hausbesitzern gegen die leeren Geschäfte in der City zu kämpfen, unterstützt Puchebner.
Beim Dauerbrenner Verkehr sieht Puchebner Handlungsbedarf bei der Parksituation rund um den Bahnhof. „Wir müssen auch schon im neuen Parkhaus immer öfter gegen illegale Parker einschreiten.“ Im Öffi-Verkehr habe sich das neue System mit Anrufsammeltaxis neben den Bussen bewährt.
Zum Budget der Stadt? „Unsere Pro-Kopf-Verschuldung verringert sich, aber wir müssen vorsichtig bleiben“, erklärt Puchebner. Neben Großbauten (FF-Hausmening, Jugendzentrum, Pölz-Halle) taucht am Horizont die Sanierung des Naturbad-Komplexes als geldgieriges Gespenst auf.

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