© Nationalpark Donau-Auen

Niederösterreich
07/22/2015

Biber biss Spaziergänger

Das Tier verbiss sich im Bein des Mannes. Die Fleischwunde musste im Krankenhaus behandelt werden.

von Stefan Sailer

Ein Spaziergang mit seinen beiden Hunden am Donaustich nahm für einen Klosterneuburger am Montagabend einen ungewöhnlichen und schmerzhaften Verlauf. Zur Abkühlung war der Mann ins kniehohe Wasser gegangen. Einige Meter entfernt sah er einen Ast vorbeischwimmen. „Plötzlich spürte ich eine Bewegung an meinem Bein“, schildert der Betroffene gegenüber den NÖN.

Als er nach unten ins Wasser blickte, entdeckte er einen Biber. Der plötzlich in den Fuß des Mannes biss. Alle Versuche, das Tier abzuschütteln, waren vergebens. Der Biber ließ nicht locker und biss immer wieder zu. Erst Schläge und der Einsatz von Steinen konnten den Nager stoppen.

Tiefe Fleischwunde

Mit einer tiefen, blutenden Fleischwunde rettete sich der Hundebesitzer schließlich ans Ufer, legte sich einen Druckverband an und fuhr ins Krankenhaus. Wegen möglicher Infektionsgefahren kann die Wunde vorerst nicht genäht werden. Alle zwei Tage muss der Betroffene nun ins Spital, um den Verband zu wechseln.

Laut Wiener Forstdirektor Andreas Januskovecz könnten die Hunde der Auslöser gewesen sein: „Hunde stellen für den Biber eine effektive Bedrohung dar.“ Besitzern rät er deshalb, ihre Tiere nicht ohne Leine ins Wasser zu lassen. Vor allem, weil die männlichen Biber-Jungtiere erst vor wenigen Wochen aus dem Familienbau geworfen wurden und nun auf neuer Reviersuche unterwegs sind. Dadurch würden sie sich derzeit noch leichter angegriffen fühlen.

Bei Kontakt mit einem Biber rät der Experte: „Ruhig bleiben, keine Drohgebärden provozieren und langsam weggehen.“ Grundsätzlich sei der Biber ein scheues Tier, der keine Menschen angreift. Auch Martin Tschulik, Leiter der Naturschutzabteilung im Land NÖ, erklärt: „Mir sind in den vergangenen Jahren keine Angriffe bekannt, wo der Mensch der Auslöser gewesen ist.“ Die Ausnahme wiederum: Ein mitgeführter Hund.

Als Warnung: Wenn der Biber mit seinem Schwanz, der Kelle, auf das Wasser klopft, fühlt er sich bedroht. Und auch wenn die Tiere scheu sind, hält Januskovecz fest: „Biber sind Wildtiere.“

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