Chronik | Niederösterreich
15.01.2013

Kupferdiebe plündern Westbahn

In fünf Angriffen montierten Kupferdiebe 842 Kilo Erdungskabel ab.

Das ist extrem lästig,“ weiß ÖBB-Sprecher Christopher Seif. "Aber wir können natürlich auch nicht jeden Bahnkilometer rund um die Uhr überwachen.“ Alarmiert von laufenden Kupferdiebstählen schritten Bahntechniker in der Vorwoche zu einer Bestandsaufnahme im Großraum St. Pölten. Was sie entdeckten, war haarsträubend und beschäftigt seither die Stadt-Kriminalisten: Gleich an fünf Stellen entlang der „alten“ Westbahn haben Ganoven die Erdungskabel entfernt.

„Da wurde massiv rausgezwickt“, berichtet ein Ermittler. Im Stadtgebiet von St. Pölten fehlen Kupferkabel mit einem Gewicht von 365 Kilo, im Abschnitt Wagram sind es 33 Kilo, zwischen St. Pölten und Prinzersdorf wurden 190 Kilo schwere Leitungen abgeschleppt, vom GZU-Knoten Rohr bis Loosdorf waren es 197 Kilo und in Böheimkirchen sind 57 Kilo Kabel verschwunden.

Die Kupferdiebe dürften im Schutz der Dunkelheit operiert haben. Die Polizei bittet um Hinweise über Verdächtige mit Kastenwägen unter 059133/353333. Der Kupferwert der insgesamt 842 Kilogramm schweren Beute beträgt 4600 Euro. Der Schaden für die ÖBB ist jedoch ein Vielfacher und reicht bis zu Betriebsstörungen, weil beim Einbau neuer Kabel der Strom abgeschaltet werden muss.

Gefahr

Unmittelbare Gefahr drohe durch fehlende Erdungskabel nicht, beruhigt Seif. „Die haben eine Wirkung wie ein Blitzableiter am Haus. Gefährlich ist es nur, wenn durch Zufall die Spannung von der Fahrleitung her überbrückt wird.“ Statt den begehrten Kupferkabeln werden bei Sanierungen und Neubauten nur noch Stahlkabel mit Alu-Ummantelung verlegt.