Anrainer Georg Bichl kämpft mit anderen Bewohnern um die Rettung zweier Linden in Schloß Rosenau.

© KURIER/Juergen Zahrl

Schloß Rosenau
10/31/2014

Bewohner wollen alte Linden retten

Große Aufregung um mächtige Bäume, die der zuständige Bürgermeister umschneiden lässt.

von Jürgen Zahrl

Mehrere Bürger in Schloß Rosenau sind verärgert darüber, dass die zuständige Gemeinde Zwettl zwei Jahrhunderte alte Linden vor dem malerischen Schloss umschneiden lassen will. Sie sorgen sich um das historische Ortsbild und sind davon überzeugt, dass eine fachgerechte Behandlung der betroffenen Bäume ihr Überleben sichern würde. Bürgermeister Herbert Prinz beruft sich auf ein Gutachten aus der Forstabteilung der Bezirkshauptmannschaft Zwettl, in dem ein Fällen der beiden Bäume auf Grund einer drohenden Gefahr empfohlen wird.

Baumgruppe

Trotzdem wollen die Bewohner von Schloß Rosenau nichts unversucht lassen, um die beiden betroffenen Linden einer Baumgruppe, die mit dem Schloss ein historisches Ambiente bildet und unter Naturschutzdenkmal steht, vor dem Umholzen zu retten. "Wenn man sich die Bäume näher ansieht, fällt einem nichts auf, was ein Umsägen rechtfertigen würde. Ein fachgerechtes Zurück- und Ausschneiden ist aus unserer Sicht ausreichend", sagt Anton Weissenhofer, der mit Georg Bichl mehr als 50 Unterschriften für die Rettung der Linden gesammelt hat. Zudem ärgern sie sich darüber, dass ein Nachpflanzen der Bäume nicht vorgesehen ist. "Dieser bedenkliche Umgang mit Naturdenkmälern ist der falsche Weg. Viele wissen, dass Schloß Rosenau wegen seiner Alleen und seines Altbaumbestands ein beliebtes Ausflugsziel ist", betonen Weissenhofer und Bichl.

Der zuständige Bürgermeister Herbert Prinz kann die Bewohner verstehen. "Es wäre mir nichts lieber, als die Linden stehen zu lassen. Aber es gibt ein Gutachten, in dem das Fällen der Bäume Nummer zwei und drei von sechs empfohlen wird. Ich nehme das Risiko sicher nicht auf meine Kappe, wenn wieder was passiert", sagt Prinz.

Sturmschaden

Der Auslöser für die Überprüfung der Baumgruppe war ein Vorfall im März 2014. Damals stürzte während eines Sturms ein Ast auf ein darunter geparktes Auto. Bürgermeister Prinz stützt sein Vorgehen auch darauf, dass laut Gutachten durch die mit Erdreich bedeckten Stämme die Gefahr besteht, "dass holzzerstörende Pilze in den Stamm eindringen und somit die Stabilität beeinträchtigen", so der Wortlaut. Und weiter: "Ein Nachpflanzen sei derzeit nicht sinnvoll, da die nebenstehenden Bäume das Aufwachsen junger Bäume verhindern würden."

Dass es auch umgekehrt geht, zeigt ein Baum in der Röhrenteich-Allee bei Schloß Rosenau. Nach Sicherungsmaßnahmen blieb nicht viel übrig. "Da der Baum zu den ältesten in Rosenau gehört, hat man sich auf das Zurückschneiden beschränkt. Er ist aber auch ein wichtiger Lebensraum für Vögel, Ameisen und Pilze", sagt der Gemeindeförster Hans-Dieter Widder.
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