Polizei zum Fall Alois Huber: "Müssen den Ermittlungsradius ausweiten"

© Paul Plutsch

Chronik Niederösterreich
04/14/2014

Beute des Wilderers wird versteigert

Waffen und Trophäen liegen in Gerichtsdepot, es gibt Interessenten für Hubers Villa.

19 Jahre lang hat Alois Huber ein Doppelleben geführt. Tagsüber ging er seinen Holzgeschäften nach, nachts aber brach er ein, legte sich als Wilderer auf die Lauer und legte Jagdschlösser in Schutt und Asche. Das kriminelle Vermächtnis des Vierfach-Mörders von Annaberg (NÖ) aufzuarbeiten, hat den Ermittlern des nö. Landeskriminalamtes (LKA) sieben Monate Arbeit abverlangt. Am Montag ist ihr Abschlussbericht des 18 Ordner umfassenden Strafaktes bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten eingelangt.

Von 1994 bis zur nächtlichen Tragödie vom 17. September 2013 konnten dem Amokläufer Alois Huber 108 Straftaten mit einer Gesamtschadenssumme von 9,8 Millionen Euro nachgewiesen werden. Die Polizei geht von noch mehr Delikten aus, denn 50 Waffen, Jagdtrophäen, Kunstgegenstände und vieles mehr aus Hubers Keller konnte nicht mehr zugeordnet werden. Die Gewehre, Ferngläser, Nachtsichtgeräte wurden vor wenigen Tagen mit einem Lkw in die Verwahrstelle des Landesgerichts St. Pölten gebracht.

Ein Jahr lang haben nun die Besitzer, die bisher noch nicht ausgeforscht werden konnten, Zeit sich zu melden. "Danach können die Gegenstände vom Bezirksgericht versteigert werden", erklärt Andrea Humer, Vizepräsidentin des Landesgerichtes St. Pölten. Das lukrierte Geld fließt dem Bund zu.

Fragen offen

Der Fall ist bisher einzigartig in der österreichischen Kriminalgeschichte. Da sich der Täter nach dem Mord an drei Polizisten und einem Rettungssanitäter in seinem Anwesen in Großpriel im Bezirk Melk selbst das Leben nahm, werden viele Fragen für immer unbeantwortet bleiben. Etwa was den Mann dazu bewegt hat, fast zwei Jahrzehnte lang so sinnlose Straftaten zu begehen, wie Autoreifen aufzustechen oder Jagdhäuser niederzubrennen?

Die Tatorte der 108 Delikte liegen zum Großteil in Niederösterreich, aber auch in der Steiermark, Salzburg, Kärnten und Wien war Huber aktiv. "Bei den Straftaten handelt es sich hauptsächlich um Wilderei, Einbruchsdiebstähle, Brandstiftungen oder Sachbeschädigung", erklärt Nicole Elsinger von der Staatsanwaltschaft.

Unterdessen bereitet Masseverwalter Johann Huber den Verkauf der Wilderer-Villa vor. In drei Monaten könnte es so weit sein. Interessenten gibt es laut dem Juristen bereits. Auch das Haus, in dem die betagten Eltern des Amokläufers wohnen, soll veräußert werden. Das Paar behält allerdings das Wohnrecht.

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