Bauern gegen Wolfsrisse nicht mehr versichert

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Foto: APA/AFP/JOE KLAMAR Die Wölfe werden in Österreich wieder heimisch

NÖ Jagdverband verschäft die Gangart im Kampf gegen die Wiederansiedlung des Raubtieres.

Der Ton in der Diskussion um das Wolfsvorkommen in Österreich wird rauer. Am Mittwoch hat der Niederösterreichische Landesjagdverband überraschend mitgeteilt, die Versicherung für die Entschädigung von Wolfsrissen für Weidevieh und Haustiere ersatzlos zu streichen. Es handelt sich um ein deutliches Zeichen gegen die Wiederansiedlung der Wölfe. Bei der nächsten Landesjägermeisterkonferenz am 2. Oktober könnten es auch andere Verbände den Niederösterreichern nachmachen.

"Der WWF und andere Entscheidungsträger wollen den Wolf in Österreich und wir sollen dafür teuer bezahlen. Damit ist jetzt Schluss", kommt vom stellvertretenden nö. Landesjägermeister, Werner Spinka, ein klares Nein zur Ansiedlung. Bisher waren Schäden durch Wolfsrisse von der freiwillig abgeschlossenen Versicherung der Jägerschaft gedeckt. In Zukunft gibt es dafür keine finanzielle Entschädigung mehr.

Obwohl die Bauern davon massiv betroffen sein werden, versteht man bei der nö. Landwirtschaftskammer die Zwangsmaßnahme. "Der Jagdverband kann für den Wolf ebenso wenig wie die Bauern und die Kammer. Wir wollen den Wolf auch nicht. Solange es aber ein Thema ist, müssen wir uns um eine finanzielle Lösung für die Landwirte bemühen", sagt Landeskammerrat Daniel Heindl. Wie groß das Problem werden kann, sehe man am Beispiel von Deutschland, wo in einem einzigen Bundesland trotz vier Millionen Euro an Herdenschutzmaßnahmen immer noch 300.000 Euro Entschädigung nach Wolfsrissen ausgezahlt wurden.

Wolffreie Zone

Laut Spinka benötigt alleine das Wolfsrudel am Truppenübungsplatz Allentsteig im heurigen Jahr geschätzte 20 Tonnen Wildfleisch. "Wenn die Wilddichte nicht mehr vorhanden ist, werden sich die Wölfe vermehrt am Weidevieh bedienen."

Der Landesjagdverband drängt daher nach dem Vorbild der Regierung in Südtirol auf eine rasche Bejagung des Raubtieres. Die Südtiroler sind bereits aus dem "Bär- & Wolf-Programm" ausgestiegen.

Von Seiten der Naturschutzorganisation WWF kommt dazu heftige Kritik. "Wer den Abschuss von Wölfen bewirbt, bewegt sich hart an der Grenze der Legalität", so Christian Pichler, Artenschutzexperte des WWF.

(kurier) Erstellt am
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