Unter der Führung eines Nationalparkrangers ging es für die Blinden und Sehbehinderten querfeldein durch den Nationalpark

© /Stefan Sailer

Nationalpark Donauauen
10/06/2014

Barrierefreies Naturerlebnis

Gruppenwanderungen können nun von allen Besuchern in Anspruch genommen werden.

von Stefan Sailer

Barrierefreiheit ist für zehn Prozent der Bevölkerung unentbehrlich und für rund 40 Prozent notwendig. Viele der Tourismusangebote haben sich darauf jedoch noch nicht eingestellt. "Es gibt nur punktuell barrierefreie Angebote", erzählt die Sehbehinderte Edith List aus ihrer Erfahrung. 2014 wurde deshalb ein Pilotprojekt gestartet mit dem Ziel, Führungen durch die Auen für alle zugänglich zu machen.

"Wir haben den Auftrag, dass die Natur alle erleben können", sagt Andreas Haas von den Österreichischen Bundesforsten. Seit dem Vorjahr widmete sich deshalb eine Projektgruppe, unter Einbindung von Blindenorganisationen, der Umsetzung von barrierefreien Naturangeboten. "Diese Einrichtungen kommen jedoch nicht nur Menschen mit Behinderung zugute. Beispielsweise auch Eltern mit Kinderwagen und ältere Menschen profitieren davon", erklärt David Bröderbauer von den Naturfreunden.

Neben der infrastrukturellen Anpassungen, wie der Anbindung öffentlicher Verkehrsmittel oder einem Zugang für Rollstuhlfahrer, wurde für die Gruppenführer ein Leitfaden entwickelt. "Manchmal wissen die Leute nicht, wie sie auf eingeschränkte Personen zugehen sollen", sagt Nationalparkranger Thomas Neumaier. Eine weitere Anpassung war bei der Sprache notwendig. "Wir sprechen immer von körperlich beeinträchtigen Personen, manche haben aber auch geistige Defizite", sagt Rudi Maisriml vom Zivilinvalidenverband.

Seit dem Frühjahr wurden bereits mehrere Probeführungen mit Blinden und Sehbehinderten unternommen. Deren Feedback wurde anschließend eingearbeitet. Das Ziel ist letztlich, die Gruppe möglichst nah an das Objekt zu bringen. "Das Um und Auf jeder Führung ist, dass man sich auf die Teilnehmer einlässt und ihre Wünsche respektiert", erklärt Neumaier. Die Betroffenen zeigten sich vom Angebot begeistert. "Dadurch können wir auch einmal links und rechts gehen und die Natur hautnah erleben", freut sich List.

Flächendeckend

2015 steht die Etablierung von barrierefreien Naturerlebnisangeboten im Vordergrund. Die Projektleiter setzen dabei weiterhin auf das direkte Feedback. In den kommenden Jahren soll der Naturerlebnisweg allerdings auf sämtliche Gebiete der Bundesforste ausgeweitet werden. Andererseits soll das barrierefreie Angebot aber gleichzeitig als Best-Practice-Beispiel für Anbieter aus dem Tourismus dienen.

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