Chronik | Niederösterreich
08.08.2017

Baby zu Tode gequält: Mutter will nichts bemerkt haben

Frau nach sechs Monaten aus der U-Haft entlassen. Dem Vater droht eine Mordankalge.

Sechs Monate nach dem gewaltsamen Tod ihres Babys Maximilian ist die 26-jährige Mutter des Kindes überraschend aus der U-Haft in St. Pölten entlassen worden. Auch wenn Monika Z. laut den bisherigen Ermittlungen "wahrscheinlich" zum Todeszeitpunkt nicht zu Hause war, so soll sie zumindest gegen das wochenlange Quälen des Säuglings nichts unternommen haben. Die gerichtsmedizinischen Gutachten sind nichts für Zartbesaitete und lassen nur ansatzweise erahnen, welchem Martyrium das Baby ausgesetzt war.

Nachdem die Mutter am 12. Februar zu Freunden nach Wien fuhr, um dort Fasching zu feiern, waren der vier Monate alte Maximilian und sein eineinhalbjähriger Bruder unter der Obhut des Vaters, Waldemar O. (33). Das Kind wurde am Abend in lebensbedrohlichem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert, wo es wenig später starb. Die Gutachter stellten als Todesursache ein Schädel-Hirn-Trauma, hervorgerufen durch zwei wuchtige Schläge gegen Hinterkopf und die Schläfe in Kombination mit einem tödlichen Schütteltrauma mit Gehirnschädigung und Einblutungen in den Augen fest. Zudem wurden Blutergüsse am gesamten Körper aufgrund heftiger Gewalteinwirkung diagnostiziert.

Nachdem Waldemar O. sich noch am Nachmittag per WhatsApp bei seiner Mutter und der seiner Lebensgefährtin darüber beschwert hatte, dass die Kinder ständig weinen, sendete er später ein Bild vom schlafenden Maximilian. Erst gegen 20 Uhr folgten Meldungen, dass mit dem Kind etwas nicht in Ordnung sei. "In Ordnung" war mit dem Buben schon lange nichts mehr.

Serienbrüche

Bei den gerichtsmedizinischen Untersuchungen wurden auch alte Verletzungen entdeckt, die auf schwerste Misshandlungen schließen lassen. Mehrfache Brüche von sieben Rippen, schwere Verletzungen an beinahe jedem Knochen der Extremitäten des Babys sowie eine Schädigung der Hirnhaut.

Von all dem soll die Mutter nichts mitbekommen haben, sagt ihr Rechtsanwalt Wolfgang Blaschitz. Auch wenn das Kind laut Gutachtern an unvorstellbaren Schmerzen litt. Laut Blaschitz habe sich alles in der Abwesenheit der Mutter abgespielt. Das Gericht erkennt derzeit nur "mangelnde Fürsorge" der Frau. Wegen Mordes wird daher vermutlich nur der Vater angeklagt.