Chronik | Niederösterreich
10.10.2017

Baby zu Tode gequält: Mordanklage gegen Vater

Der Mutter wird wegen Quälens und Vernachlässigens ihres Kindes der Prozess gemacht.

Die gerichtsmedizinischen Gutachten sind nichts für zart besaitete. Es ist ein unvorstellbares Martyrium, dem der kleine Maximilian in seinen vier Lebensmonaten ausgesetzt war. Acht Monate nach dem gewaltsamen Tod des Säuglings aus St. Pölten (NÖ) hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Eltern des Kindes erhoben. Dem Vater Waldemar O. (31) wird wegen Mordes der Prozess gemacht, die Mutter Monika Z. (27) muss sich wegen Quälens und Vernachlässigens wehrloser Personen mit Todesfolge verantworten – Strafrahmen: ein bis 10 Jahre Haft.

Es war der 11. Februar, als Maximilian in lebensbedrohlichem Zustand ins Landesklinikum St. Pölten eingeliefert wurde. Das Kind starb kurz darauf im Wiener SMZ Ost an den Folgen multipler Verletzungen.

Wie die Untersuchungen ergaben, wurde Maximilian mindestens zwei Mal mit dem Kopf gegen eine harte Oberfläche geschleudert. Er hatte eine Fraktur des Schädeldachs, was schließlich zu Atem- und Hirnlähmung führte. Es wurden aber auch ältere Verletzungen wie Serienrippenbrüche, Einblutungen an der Hirnhaut und den Augen, Hämatome an Armen und Beinen und einiges mehr festgestellt – für die Sachverständigen die Folgen eines schweren Schütteltraumas und anderer Misshandlungen.

Lage spitzte sich zu

Nachdem Monika Z. an besagtem 11. Februar mit Freundinnen in Wien feierte war Waldemar O. mit Maximilian und seinem eineinhalbjährigen Bruder Alexander alleine zu Hause. In einem regen WhatsApp-Verkehr wird deutlich, wie sich die Lage beim Vater zuspitze. Er schrieb der Mutter mehrmals, dass er mit den schreienden Kindern überfordert ist. In den Nachrichten beschimpfte er die Kinder wüst. Als die Großmutter der Buben am Abend kam um zu helfen, war es für den kleinen Maximilian schon zu spät.

Monika Z. will von den vorangegangenen Misshandlungen an ihrem Sohn nichts mitbekommen haben. Und das, obwohl Waldemar O. auch gegen sie gewaltvoll vorging. Laut ihrem Anwalt, Wolfgang Blaschitz, zeigte sie ihren Mann bereits 2016 wegen Körperverletzung an. Damals lebte das Paar in Deutschland. "Sie wollte sich von ihm trennen. Er akzeptierte das aber nicht", so Blaschitz.