Autofahrer im Visier der Finanz

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Die Zahl der ausländischen Kennzeichen steigt. Lenker wollen so Steuern sparen. Die Finanzpolizei macht eine Aktion scharf.

Das Geld liegt auf der Straße – vor allem für die Finanz. Dass sich mit im Ausland gekauften und auch zugelassenen Fahrzeugen viel Geld sparen lässt, hat sich herumgesprochen. 10.000 Fahrzeuge sollen laut einer Hochrechnung des Finanzministeriums mit ausländischen Kennzeichen regelmäßig auf österreichischen Straßen unterwegs sein. Die Dunkelziffer dürfte aber fast doppelt so hoch sein. Dem rot weiß roten Fiskus gehen dadurch Millionen durch die Lappen. Jetzt bläst die Finanzpolizei im Osten Österreichs zum Halali auf die Steuersünder.

Starker Anstieg

"Der Anstieg missbräuchlich verwendeter Kfz-Kennzeichen ist in den vergangenen zwei Jahren explosionsartig gegangen", sagt Wilfried Lehner, der oberste Finanzpolizist der Republik. Besonders deutsche, ungarische, tschechische aber auch rumänische und bulgarische Zulassungen sind beliebt. "Die Situationen sind regional sehr unterschiedlich", sagt Lehner. Der Bezirk Bruck an der Leitha ist ein Häufungsbezirk. Viele junge slowakische Familien haben sich in der Grenzregion angesiedelt. Am Auto bleibt aber das (günstigere) slowakische Kennzeichen. Ein klassisches Vergehen gegen das heimische Kraftfahrgesetz.

Tipps aus Bevölkerung

Viele Hinweise kommen aus der Bevölkerung. 700 Fälle von Steuerhinterziehung sind derzeit anhängig. "Wenn wir draufkommen, wird es richtig teuer", sagt Lehner. Zur NOVA (Normverbrauchsabgabe) kommt dann meist noch der 20%-ige Mehrwehrtsteuersatz (für den Import des Autos). Und mit der Strafe kann sich der Betrag noch verdoppeln. Die Aktion scharf der Finanzpolizei zeigt Wirkung. Reuige Lenkraddreher melden sich bei der Finanz.

Die Konsequenzen erlebte auch ein Geschäftsmann aus dem Bezirk Hollabrunn, der anonym bleiben möchte. Er hatte vor eineinhalb Jahren einen Pkw in Tschechien angemeldet. "Ich habe drüben eine Firma, habe den Wagen in Tschechien gekauft und bin auch dort versichert", erzählt er. Dass er Probleme haben könnte, daran habe er nicht gedacht. Doch es dauerte nicht lange – und schon bekam er Post von der Finanz. Der Mann zeigt sich einsichtig: "Wenn ich mehr als die Hälfte in Österreich fahre, halte ich das für gerechtfertigt." Ein zweites Mal werde er den Fehler nicht machen.

Erstellt am 16.04.2012