Rudi Schlagenhaufen fürchtet Umsatzeinbußen durch Bauarbeiten

© /Katharina Zach

Mödling
04/26/2014

Anrainer laufen gegen Umbau Sturm

Bahnhofplatz neu geplant: Verkehr und Sicherheit sind Kritikpunkte. Laut Stadt ist aktuelles Konzept unrealistisch.

von Katharina Zach

Marode Wartebänke, keine überdachten Bushaltestellen und eine unpraktikable Einbahnlösung – dass der Bahnhofvorplatz in Mödling modernisiert gehört, bestreitet kaum jemand. Das kürzlich vorgestellte Siegerprojekt eines Ideenwettbewerbs zur Umgestaltung stößt bei den Anrainern jedoch auf Ablehnung. Das Konzept sieht neben der Erweiterung des Bürohauses der NÖ Wohnbaugruppe ein Holzdeck zum Verweilen vor, unter dem der Busbahnhof verschwinden soll. Der Verkehr soll über die Nebenfahrbahn abgewickelt werden.

"Es ist ein sehr naives Projekt. Die Leute wollen ein- und aussteigen und nicht Zeit am Bahnhof verbringen", ärgert sich etwa Anrainer und Leiter des Krankenhaus Mödling, Burghard Plainer, der seit 20 Jahren am Bahnhofplatz wohnt. Er kritisiert, dass der Platz zubetoniert wird, während der Verkehr näher zu den Anrainern herangeführt werde. Zudem sei der Tunnel, in dem die Busse dann halten sollen, dunkel und zugig. Er ortet ein mögliches Sicherheitsrisiko.

Wenn zudem der Bahnhof mit zahlreichen Sitzgelegenheiten Leuten den Aufenthalt schmackhaft machen soll, könnte das falsche Publikum angezogen werden. "Genau darum wurden vor zehn Jahren Bänke abmontiert und Sprinkleranlagen im Park installiert." Werde das Projekt so durchgezogen, überlegt er wegzuziehen. Rudolf Schlagenhaufen, der am Bahnhofplatz das Delikatessenlokal "Fernbedienung" führt, fürchtet Geschäftseinbußen durch die Bauarbeiten und den Verlust von Parkplätzen vor der Tür. "Nach dem Umbau der Hauptstraße verkraftet das ein Geschäft schlecht". Fraglich sei auch, wer das Projekt finanzieren soll.

Untauglich

Mit ihrer Kritik laufen die Anrainer allerdings offene Türen ein. "Ich halte den Entwurf für untauglich", erklärt Bürgermeister Hans Stefan Hintner (ÖVP). Keinesfalls sei es ein konkretes Projekt. Die Umsetzung einiger Aspekte, etwa der Verkehrsführung, sei nicht realistisch. Eine Verkehrsberuhigung beim Bahnhof etwa gehe am Thema vorbei. "Er ist schließlich ein Mobilitätszentrum." Durch das Holzdeck würde viel Fläche verloren gehen, zudem würde sich hier die Frage der Erhaltung stellen. Mit dem Ideenwettbewerb habe man sehen wollen, was alles möglich ist. Aus den verschiedenen Vorschlägen könne nun herausgegriffen werden, was gefällt. Denn der Umbau des Bahnhofs soll ohne Zeitdruck jedenfalls weiter verfolgt werden.

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