Markus Hohenecker setzt auf Biologischen Anbau, Handarbeit und die Unterstützung der Kunden

© Gilbert Weisbier

Kamptal
05/07/2014

Anpflanzen im Kundenauftrag

Kunden finanzieren die Arbeit ihres Gemüse-Biobauern vor und teilen das Ernterisiko.

von Gilbert Weisbier

"Gut, dass wir kürzlich einen Brunnen geschlagen haben und bald bewässern können", sagt Markus Hohenecker. Der Bio-Gemüsebauer aus Plank am Kamp, Bezirk Krems, sorgt sich derzeit wegen der Trockenheit um die Gemüsepflanzen, die er für seine Kunden auf mehreren Feldern angebaut hat. Wenn sein neu erstellter Plan allerdings aufgeht, muss er sich zukünftig etwas weniger vor Launen der Natur fürchten als das bisher der Fall war.

In den vergangenen Jahren hat Hohenecker zahlreiche Kunden mit der Zustellung eines sogenannten Gemüsekistls in der Region bedient. Nun hat er gemeinsam mit seinen Mitarbeitern, der Biologin Theresa Stöckl, und dem Techniker Markus Danner, eine neue Strategie entwickelt. Sie setzen auf "Community Supported Agriculture" (CSA), die auch die Halbtagsjobs der beiden Mitarbeiter sichern soll. Dabei finanzieren Kunden das Jahresbudget des landwirtschaftlichen Betriebes vor. Dafür versorgt der Bauer sie ein Jahr lang mit dem Biogemüse der Saison. Wird die Ernte mager, teilt man sich das Risiko. Wächst alles fein, profitieren alle. Wochenkosten: etwa 20 Euro. Was in vielen anderen Staaten schon häufig praktiziert wird, ist in NÖ weitgehend Neuland.

Vorteile

Erika Gangelmayer aus Schönberg hat sich entschlossen, das neue System mitzutragen. "Ich habe bisher zwei Jahre lang das Gemüsekistl bezogen und war hoch zufrieden. Da habe ich ständig neue Gemüsesorten kennen gelernt. Im neuen System sehe ich aber zusätzliche Vorteile", erklärt die zweifache Mutter.

"Erstens habe ich Kontakt zu den Leuten, die anbauen. Zweitens: Biogemüse gibt es ja im Supermarkt auch. Aber hier kann ich sicher sein, dass es nicht Tausende Kilometer über die Autobahn gerollt ist, bis es endlich bei mir ankommt. Also Umweltschutz."

Dass das abonnierte Gemüse nicht mehr direkt zum Haushalt sondern an einen Abholplatz geht, ist für Biologin Stöckl ein Vorteil: "Da können Kunden unter einander tauschen, wenn jemand von etwas zu wenig hat oder mehr will. Dabei kommen sie miteinander und auch mit uns ins Gespräch. Uns ist wichtig, dass wir Informationen austauschen und guten Kontakt haben."

Kontakt: 0676/4133263 oder gemuesekistl@gmx.at

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