Chronik | Niederösterreich
10.04.2017

Angst vor Hirtenhund: Rüde biss Jagdhund durchs Autofenster tot

Das Tier soll schon öfter ausgerissen sein. FPÖ-Gemeinderat fordert Hundehalte-Verbot.

Warum der Kangal (Anm. ein anatolischer Hirtenhund) den Jagdhund angegriffen hat, ist unklar. Doch bei der Attacke Montagvormittag am Parkplatz einer Werkstatt in Untersiebenbrunn, Bezirk Gänserndorf, wurde das Tier im Auto seines Besitzers totgebissen. Der Hirtenhund, der vom Nachbargrundstück ausgerissen war, hatte sich durch ein halb geöffnetes Fenster in den Rüden verbissen.

Der Besitzer des Jagdhundes hatte eine Mitarbeiterin der Werkstatt besucht. Er ließ seinen Hund im Auto – bei halb geöffnetem Fenster. Das hielt den Hirtenhund nicht vom Angriff ab. "Der Halter hat noch versucht, den Kangal wegzuziehen", berichtet FPÖ-Gemeinderat Herbert Steindl.

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Der Vorfall wurde angezeigt, sei aber nicht der erste. Im Dezember habe der Kangal einen anderen Hund angegriffen. Auch der Chef der Werkstatt kennt das Problem. "Es gibt Tage, da sammel ich ihn fünf Mal ein", sagt er. Sein Hund ist am Montag ebenfalls von dem Kangal verletzt worden. Zwar sei das Tier Menschen gegenüber friedlich, aber "wenn die Leute nicht mehr kommen, weil sie sich vor dem Hund fürchten, habe ich ein Problem."

"Das ist furchtbar tragisch", sagt Hundehalter Mehe S. Auf dem Grundstück seiner Baufirma werden das Kangal-Männchen und ein Weibchen gehalten. Nach dem ersten Vorfall habe man reagiert, die Hunde sind ganztägig im Zwinger eingesperrt. Dass der Rüde ausreißen konnte, liege daran, dass die Straße nicht asphaltiert wurde. Dadurch könne sich das Tier unter dem Tor leichter durchgraben. S. hat nun Angst, seine Tiere zu verlieren. Das Betonieren will er nun selbst erledigen. FPÖ-Mann Steindl will ein Hundehalte-Verbot, Bürgermeister Reinhold Steinmetz den Fall prüfen.