Angst vor großer Entwertung

Foto: Stefan Straka

Nun taucht dieBefürchtungauf, dass Grund undBoden massiv an Wert verlierenkönnten.

Als ob „Thiamethoxam“ und „Clopyralid“ im Grundwasser nicht schon genug wären. Obwohl noch nicht endgültig feststeht, welche Auswirkungen das Gift auf Mensch und Umwelt hat, taucht schon eine neue Angst bei den Betroffenen auf. Dabei geht es ums Finanzielle. Grund- und Hausbesitzer rechnen mit dem Schlimmsten und befürchten, dass der Umweltschaden auch die Immobilien entwerten könnte.

„Im derzeitigen Stadium kann man nur mit den Achseln zucken. Keiner kann beurteilen, was passieren wird“, sagt Matthias Schabl von der Bürgerinitiative „Pro reines Wasser“. Dennoch ist der mögliche Preisverfall bei den Immobilien ein allgegenwärtiges Gesprächsthema in der Stadt. „Man ist natürlich in der stillen Hoffnung, dass alles schnell wieder gut wird. Aber wir machen uns auch Gedanken, was längerfristig passieren kann“, sagt Gabriele Kuruc, Hausbesitzerin in der Pestalozzistraße.

Schaden

Einschränkungen hat sie bis jetzt schon, weil sie das Brunnenwasser nicht mehr zum Gießen oder zum Füllen des Swimmingpools verwenden kann. Die zweifache Mutter sagt: „Es wäre tragisch, wenn sich der Umweltschaden auch auf die Immobilienpreise auswirken würde.“ Für Peter Oboda, ebenfalls bei der Bürgerinitiative, ist es noch zu früh für Prophezeiungen. Aber einen Preisverfall bei Grundstücken hält er durchaus im Bereich des Möglichen: „Wer will denn schon auf verseuchtem Wasser sitzen?“

Die Immobilien-Branche war bis dato von Auswirkungen verschont. „Es ist nicht auszuschließen, dass es für betroffene Grundstücke Konsequenzen gibt“, sagt Immobilien-Makler Helmut Mukstadt. Er gehe sogar davon aus, dass es zu Preisreduktionen kommen werde.

Mit Argusaugen verfolgen die Liegenschaftsmanager vom Stift Klosterneuburg die Ereignisse rund um die Grundwasser-Vergiftung, schließlich hat man Hunderte Grundstücke nördlich der Donau oder baut Getreide darauf an. Um über Schadensersatzansprüche zu reden ist es für Stifts-Sprecher Peter Schubert aber noch zu früh.

(kurier) Erstellt am
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