Chronik | Niederösterreich
23.09.2017

800 Helfer stellten sich Erdbeben-Katastrophe

Bezirk Scheibbs. 20 Organisationen kooperierten.

"Man kann nur hoffen, dass das bei uns nie passiert." Diese und ähnliche Kommentaren waren während des gestrigen Tages unter den Teilnehmern der größten nö. Katastrophenübung des Jahres im Bezirk Scheibbs öfter zu hören. Ein Jahr lang wurde das weiträumig angelegte Übungsdesaster von der BH Scheibbs und der NÖ Landeswarnzentrale vorbereitet.

"Der Bezirk Scheibbs liegt in einer Erdbebenzone, das will niemand hören, aber wir haben das heuer als Schwerpunkt in der Übung", sagte Stefan Kreuzer von der Landeswarnzentrale. Vor 150 Jahren hat es in der Region das letzte massive Erdbeben gegeben. Ein Beben der Intensität 8 (Europäische Makroseismische Skala) war dann auch die größte Herausforderung für die Einsatzkräfte der 20 zur Übung geladenen Organisationen. Die Feuerwehren, das Rote Kreuz, der Samariterbund, das Bundesheer, die Bergrettung oder auch die Polizei waren in der Übung die tragenden Organisationen.
Tote und Verletzte durch eingestürzte Häuser und umgestürzte Bäume, Unfälle auf zerstörten Straßen und in Infrastruktureinrichtungen, Evakuierungen wegen des Austritts von gefährlichen Substanzen, dazu noch ein Waldbrand sowie zuletzt eine Massenrettung von 110 Menschen vom Sessellift der Ötscherlifte mussten bewältigt werden. 800 Kräfte standen mit Gerät, Fahrzeugen, aber auch Hubschraubern und Löschflugzeugen sowie Suchhunden im Einsatz. Landeseinsatzleiter Stephan Pernkopf dankte den Übenden: "Die Zusammenarbeit der Organisationen hat bestens funktioniert. Die Bevölkerung kann sich sicher fühlen." Der LH-Stellvertreter betonte, dass es für die Mannschaften der Organisationen wichtig sei bei derartigen Übungen persönlichen Kontakt zu knüpfen und das Miteinander zu trainieren. Weiters hob er das in NÖ bestens entwickelte Freiwilligensystem hervor. Die Katastrophenübung hatte mit Teilnehmern aus Tschechien, der Slowakei und den USA auch eine internationale Dimension. Pernkopf: "Im Ernstfall ist die rasche gemeinsame grenzüberschreitende Hilfe wichtig."