Chwojka, Fohringer und Androsch sind mit Leitstellenbilanz zufrieden

© /Herbert Käfer

Notrufnummern
05/12/2016

63.000 nächtliche Anrufe beim Arzt

Telefonischer Ärztedienst boomt. Rettungsleitstelle bereitet sich auf die dritte Hilfshotline vor.

von Matthias Hofer

Nicht jedem fällt es auf Anhieb leicht, die Notrufnummern 122 (Feuerwehr), 133 (Polizei) und 144 (Rettung) auseinanderzuhalten. Dass es mit 141 (NÖ Ärztedienst) eine weitere Telefonnummer gibt, macht die Sache nicht einfacher. Und im kommenden Jahr gesellt sich im Rahmen des Projekts TEWEB (Telefon- und webbasiertes Erstkontakt- und Beratungsservice) eine weitere Gesundheitshotline hinzu. Grund genug, der Frage nachzugehen, wer bei welcher Nummer eigentlich abhebt.

Notruf 144 hat sich mittlerweile als führende Rettungsleitstelle etabliert. Die Gesellschaft mit Standorten in Korneuburg, Mödling, St. Pölten und Zwettl betreibt die heute größte Notruf-Leitstelle Europas, in der jährlich rund eine Million Alarmierungen abgewickelt werden.

Den "141er", also den Ärztedienst, gibt es in seiner jetzigen Form seit 2013. Er wird ebenfalls über die Leitstellenstruktur von Notruf 144 bedient. Die Nummer 141 gewährleistet den Ärztenachtdienst wochentags von 19 bis 7 Uhr und ist auch an Wochenenden für medizinische Fragen besetzt. Für 141 arbeiten 210 fahrende Ärzte sowie 15 Telemediziner in der Leitstelle. 2015 wurden fast 63.000 Beratungen durchgeführt, rund 8000-mal brachen Mediziner zu nächtlichen Visiten auf. Finanziert wird der Ärztedienst von Land NÖ (2015: 1,74 Millionen Euro) und Krankenversicherung (750.000 Euro).

Fingerspitzl

"Bei uns rufen Leute mit allen möglichen Anliegen an. Von der Frage, wo die nächste offene Apotheke ist, über Sorge um das fiebernde Kind bis zum abgehackten Fingerspitzl ist alles dabei", sagt Christian Fohringer, der medizinische Leiter des Ärztedienstes (www.141.at).

Laut Gesundheitslandesrat Maurice Androsch ist der 141er für ärztliche Auskünfte gedacht, der 144er für die Notfälle. Dass aber alle Anrufe über eine Leitstelle abgewickelt würden, sei von Vorteil. "Alles landet in einem Call Center. Wir können rasch entscheiden, ob ein Notfall vorliegt und schnell reagieren", sagt Christof Chwojka, Notruf-144-Manager.

Im ersten Quartal 2017 kommt nun TEWEB dazu. NÖ ist eine der Pilotregionen für die neue österreichweite Hotline. "Wir wollen das in Richtung einer Gesundheitsnummer etablieren", sagt Androsch. "Wo man erfragt, welche Behandlung in welcher Einrichtung die beste für den jeweiligen Fall ist." Das soll vor allem die Spitalsambulanzen entlasten.

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