Chronik | Niederösterreich
21.01.2012

46-Jährige erstickte bei Brand

In der Nacht auf Samstag kam es zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Pöchlarn. Eine Frau warnte Nachbarn und kam selbst ums Leben.

Hilfeschreie, Rauchschwaden, Bewohner in Angst: Dramatische Szenen spielten sich Samstagfrüh in einem dreigeschoßigen Mehrparteienhaus in in Pöchlarn im Bezirk Melk ab. In der Wohnung einer 46-jährigen Frau im ersten Stock des Hauses war Feuer ausgebrochen. Vermutlich beim Versuch, die anderen Bewohner zu warnen, erstickte die 46-jährige Ilse S. an den giftigen Rauchgasen im Stiegenhaus.

Gegen 2.40 Uhr Früh spitzte sich binnen Minuten die Lage dramatisch zu. Der Brand war im Wohnzimmer der Frau ausgebrochen. Dicke Rauchschwaden verbreiteten sich so rasch im Stiegenhaus, dass eine Flucht für zahlreiche Bewohner schwierig oder unmöglich war. „Wir haben unser Baby in ein Geschirrtuch gehüllt und sind ins Freie gelaufen“, berichtet Sarah Albrecht. Ihr Freund konnte noch ein paar Wertgegenstände aus der Wohnung holen, dann kamen schon die Einsatzkräfte.

Rauchgasvergiftungen

„Wir sind so froh, dass für uns alles gut ausgegangen ist“, freut sich die junge Familie. „Wir haben fünf Personen aus dem Haus befreien müssen. Dazu haben wir sogenannte Fluchtfiltermasken verwendet, die wir den Menschen gegeben haben“, erklärt Feuerwehr-Einsatzleiter Rudolf Stefan. Insgesamt waren 60 Feuerwehrleute im Einsatz.

Bis in die Vormittagsstunden waren die Feuerwehrleute zwecks Brandwache vor Ort, danach rückte die Kriminalpolizei an, um die Wohnung unter die Lupe zu nehmen. Für Ilse S. kam jedoch jede Hilfe zu spät. Sie wurde ohne Lebenszeichen auf dem Flur entdeckt. Neben ihr lag ihr Hund, auch der Vierbeiner dürfte erstickt sein.

Drei weitere Bewohner mussten wegen Rauchgasvergiftungen in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.