Chronik | Niederösterreich
28.03.2017

27.000 tappten in Radarfalle: Nach Kritik kommt Entschärfung

Nun machen neue Hinweisschilder auf das umstrittene 80er-Limit aufmerksam.

Die "Stolperfalle" für Zehntausende Autolenker auf der Südautobahn bei Wiener Neustadt steht im Kreuzfeuer der Kritik. Wie vom KURIER aufgedeckt, sind seit 24. Februar fast 27.000 Autofahrer vom stationären Radar in Fahrtrichtung Wien geblitzt worden. Nachdem sich auch der ÖAMTC für eine Entschärfung der Situation ausgesprochen hat, scheint die Asfinag nun zu reagieren.

Für eine Brückensanierung wurde beim Knoten Wiener Neustadt auf einem zwei Kilometer langen Teilstück eine 80km/h-Beschränkung verordnet und in beiden Fahrtrichtungen mit je einem stationären Radar versehen. Da in Richtung Wien aber bis dato keine Arbeiten erkennbar sind, alle Fahrspuren aufrecht blieben und das einzige "Hindernis" eine leichte Fahrspuren-Verschwenkung ist, sind viele Autolenker hier mit mehr als 80 km/h unterwegs.

Proteste

Nachdem es wegen der mangelnden Beschilderung vor der Baustelle sogar polizeiinterne Kritik gab, hat sich nun der Autofahrerclub ÖAMTC in der Causa eingeschaltet. "Wir haben in den vergangenen Tagen viele Beschwerden von Mitgliedern erhalten", erklärt ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer. Die Experten des Clubs haben sich die Situation vor Ort angesehen und kommen zum Schluss, dass die Temporeduktion klarer beschildert werden sollte. "Wir verstehen die notwendige Geschwindigkeitsbeschränkung im Sinne der Verkehrs- und Baustellensicherheit. Die enorme Zahl an Strafen legt aber nahe, dass die Ankündigung des Baustellenbereiches unzureichend ist", so Hoffer.

Laut Asfinag habe man bereits vergangene Woche auf die Situation reagiert und als "Vorwarnung" mehrere neue Radar-Warntafeln aufgestellt. In den kommenden Tagen werden weitere Schilder in Fahrtrichtung Wien angebracht, die zum einen wiederholt den verschwenkten Baustellenabschnitt, und zum anderen die 80er-Beschränkung ankündigen. Das Tempolimit sei allerdings auf Grund der Arbeiten im Baustellenbereich eine absolute Notwendigkeit, so die Asfinag. Die Berichterstattung und die Beschilderung dürfte sich bereits auswirken. In den vergangenen Tagen lag die Zahl der Geblitzten deutlich unter 900 pro Tag, zu Spitzenzeiten waren es bis zu 1400.