22-Jähriger überlebte sechs Messerstiche

Ein Streit unter zwei jungen Nachtschwärmern ging in Wiener Neustadt Sonntagfrüh blutig zu Ende. Ein 20-jähriger Ungar griff zum Messer.

Blutig endete Sonntagfrüh in Wiener Neustadt ein Streit unter zwei jungen Männern. Im Zuge der Auseinandersetzung rammte ein 20-jähriger Ungar seinem 22-jährigen Kontrahenten  mitten am  Domplatz von Wiener Neustadt sechs Mal ein Fixiermesser in den Leib. Trotz eines Lungenstichs überlebte das Opfer die Attacke schwerst verletzt.

Die beiden jungen Männer, der 20-jährige Ungar Pal B. und der aus dem Bezirk Wiener Neustadt stammende Christian R.,  gerieten sich erstmals kurz nach 4 Uhr Früh in einem Lokal in die Haare. Ein Security schritt ein und setzte die Kontrahenten vor die Türe. Als eine zufällig vorbei kommende Polizeistreife einschritt, spielten Beide den Zwischenfall herunter.

Eskalation 

"Ich stand vor der Türe, als er vor mir zusammenbrach. Da bemerkte ich, dass überall Blut war." Christian Schibig, Notfallsanitäter
© Bild: Patrick Wammerl

Damit war es aber nicht vorbei. Etwa eine Stunde später kam es auf dem Domplatz zu dem tragischen Zwischenfall. Dieses Mal eskalierte aber die Lage. „Der 20-jährige Ungar hat im Zuge der Auseinandersetzung ein Fixiermesser gezogen, das er bei sich hatte“, erklärt der Leiter der Mordgruppe des nö. Landeskriminalamtes (LKA), Chefinspektor Leopold Etz. Verantwortet hat sich der Ungar bei der Einvernahme damit, dass er sich unterlegen fühlte und aus Notwehr gehandelt hat, so Etz. Diese angebliche „Notwehr“ fiel fatal aus: Christian R. bekam das Messer sechs Mal in Oberkörper und Rücken gerammt. Auch sein Nasenbein wurde gebrochen. Schwerst verletzt schleppte sich der 22-Jährige bis zum nächsten Lokal. „Ich stand vor der Türe, als er vor mir zusammenbrach. Da bemerkte ich, dass überall Blut war“, schildert Christian Schibig. Der Augenzeuge  leistete als  ausgebildeter Notfallsanitäter sofort Erste-Hilfe. Das Opfer wurde ins Landesklinikum Wiener Neustadt eingeliefert. Seine Mutter, Maria R., ist über die Brutalität des Angriffes entsetzt: „Wie kann es sein, dass jemand beim Fortgehen schon ein Messer eingesteckt hat?“

Den mutmaßlichen Täter nahm die Polizei kurz nach der Tat in der Wohnung eines Freundes fest. Er sitzt in U-Haft. Die Tatortspezialisten des LKA, die am Sonntag alle Spuren sicherten,  werden nun an Hand dieser den Tatablauf rekonstruieren.

( Kurier ) Erstellt am 11.12.2011