© KURIER/Christandl Jürg

Prozess
03/15/2013

15-Jährige zu Sex vor der Webcam gezwungen

Junge Frau wurde von Internet-Bekanntschaft erpresst. Nur acht Monate bedingt, nicht rechtskräftig.

von Patrick Wammerl

Einschlägige Internetforen oder Facebook werden immer häufiger zur Spielwiese für perverse Machenschaften. Täter verstecken sich in der virtuellen Welt hinter dem Deckmantel falscher Identitäten. Nur selten werden sie zur Rechenschaft gezogen. Im Fall einer 15-jährigen Niederösterreicherin, die erpresst und dazu genötigt wurde, sich vor laufender Webcam auszuziehen und selbst zu befriedigen, ist es zu einem der seltenen Prozesse gekommen.

Nacktbilder

Am Wiener Neustädter Landesgericht stand am Freitag der 23-jährige Peiniger des Mädchens vor dem Schöffensenat. Peter G. soll sich seine Freizeit damit vertrieben haben, in Internetforen nach Mädchen zu suchen, die zu diversen Spielchen bereit waren. Im Herbst 2011 soll er im Web sein späteres Opfer kennengelernt haben. Zunächst schrieben sich die Beiden, der 23-Jährige gewann das Vertrauen des Mädchens und es bahnte sich eine vermeintliche Freundschaft an. Auf seine Bitte hin schickte ihm die 15-Jährige einige Bilder von sich, darunter auch vier Nacktaufnahmen.

Als die beiden ein paar Wochen später wieder miteinander schrieben, bat ihn die 15-Jährige, die Bilder zu löschen. G. soll sich geweigert haben. Laut Staatsanwaltschaft drohte er der Minderjährigen, ihre Nacktbilder im Internet zu veröffentlichen und sie „gesellschaftlich zu vernichten“, außer sie tue das, was er von ihr verlange. Der 23-Jährige soll die Minderjährige zu sexuellen Handlungen vor laufender Webcam genötigt haben. Das Video soll er aufgezeichnet haben. Die Anklage lautete unter anderem auf Förderung der Prostitution und pornografischer Darbietung Minderjähriger. Der Angeklagte bekannte sich schuldig und wurde zu acht Monaten bedingt und 1200 Euro Geldstrafe verurteilt (nicht rechtskräftig).

Laut dem Verein „Safer Surfing“, der sich für die Sicherheit von Kindern im Internet einsetzt, ist die Angelegenheit kein Einzelfall. „Das Thema ist sogar schon in Volksschulen akut“, erklärt Phil Pöschl von „Safer Surfing“. Jugendliche wissen nicht, dass sobald sie Bilder von sich online stellen, diese gestohlen werden können und auf einschlägigen Pornoseiten wiederzufinden sind.

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