Kampusch: Geld für private Ermittlungen?

Natascha Kampusch
Foto: dapd Das Verwirrspiel um Natascha Kampusch geht in die nächste Runde

Jener Polizist, der auf eigene Faust DNA in der Causa Kampusch gesichert hat, soll dafür bezahlt worden sein - vom Bruder des Ex-Chefermittlers.

Die Causa Kampusch wird wieder um eine Facette reicher: Jener Polizist und FP-Gemeinderat, der mit seinen eigenständigen Erhebungen im Fall Kampusch kürzlich für große Aufregung gesorgt hatte (der KURIER berichtete), soll für seine unautorisierten Erhebungen auch bezahlt worden sein, berichtet Ö1.

Der Mann hatte bekanntlich versucht, von einer Volksschülerin eine DNA-Probe zu erlangen, um nachzuweisen, dass das Mädchen in Wirklichkeit eine gemeinsame Tochter von Natascha Kampusch und Wolfgang Priklopil sei. Dafür soll der Exekutivbeamte mehrere Tausend Euro erhalten haben - dies gehe aus einer SMS-Konversation hervor, die dem Radiosender vorliegt.

Bruder als Auftraggeber

Auftraggeber der obskuren Suche soll der Bruder des mittlerweile verstorbenen Kampusch-Chefermittlers Franz Kröll sein - jenes Beamten, der überzeugt war, dass es zumindest einen zweiten Kampusch-Entführer gab und der sich nach der Einstellung der Ermittlungen 2010 das Leben genommen hat.

Karl Kröll sei überzeugt, dass sein Bruder ermordet wurde und nicht durch Selbstmord starb - und er bestätigt, dem Polizisten Geld für seine Nachforschungen gezahlt zu haben. Der Beamte habe ein fünfstelliges Honorar erhalten.

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ist mit der Prüfung des Falles beauftragt. "Wir prüfen, ob ein Ermittlungsverfahren wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch gegen ihn eingeleitet wird," sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, Ernst Habitzl, am Donnerstag.

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(apa, orf / ep) Erstellt am
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