Chronik
14.04.2017

Bus mit Rollstuhltänzern in Vollbrand

Gruppe aus Salzburg war auf dem Weg zu einem Wettkampf, als das Fahrzeug in Flammen aufging.

Ein Reisebus, der komplett in Flammen steht – mitten auf einer deutschen Autobahn. Im Bus die Mannschaft eines Salzburger Rollstuhltanzvereins, der gerade auf dem Weg zu einem Bewerb in Holland war: Donnerstagmittag kam plötzlich Rauch aus der Motorhaube des Fahrzeuges. Wenig später hatten die Flammen auf das gesamte Fahrzeug übergegriffen. Doch es war Glück im Unglück: Alle Insassen konnten rechtzeitig den Bus verlassen.

Flucht

"Wir waren seit 3.30 Uhr Früh unterwegs zu dem Bewerb", erzählt Kerstin Goveka, Obfrau der Wheelchair Dancers Salzburg. Kurz vor 12 Uhr mittags passierte es dann auf der Autobahn 3 bei Wittgert im Westerwald in Reinland-Pfalz: "Während der Fahrt hat es zu rauchen begonnen. Der Fahrer ist sofort mit dem Bus zur Seite gefahren, hat noch versucht, mit dem Feuerlöscher zu löschen", schildert Goveka. Doch dann seien die Flammen plötzlich "riesig" geworden. "Wir haben nur noch darauf geschaut, dass alle aus dem Bus kommen", sagt die Obfrau.

15 Personen befanden sich in dem Fahrzeug, darunter sieben Rollstuhlfahrer. "Es war toll. Sogar fremde Leute sind stehen geblieben und haben uns geholfen", erzählt Goveka.

Zwei Insassen erlitten Rauchgasvergiftungen und mussten ins Spital gebracht werden. Auch ein Ersthelfer und ein Polizist wurden deshalb im Krankenhaus durchgecheckt. Ein weiterer Beamter erlitt eine Verletzung am Trommelfell – durch die Hitze war ein Reifen explodiert.

Donnerstagabend war das Team bereits wieder auf dem Heimweg. "Wir sind froh, dass wir mit 15 Leuten hingefahren sind und mit 15 wieder zurückkehren können", sagt die Obfrau. Zwischenzeitlich waren die Sportler und ihre Betreuer in einer Schule untergebracht worden. Die Postbus-Verantwortlichen schickten auch umgehend einen Ersatzbus nach Deutschland.

Für die Athleten war der Zwischenfall besonders bitter: Die teuren Rollstühle verbrannten – ebenso wie die Bühnenoutfits und persönliche Gegenstände.

Hilferuf

Beim Turnier in Holland wäre es außerdem um einen großen Titelwettkampf gegangen. "Der ist abgehakt. Aber in vier Wochen ist der nächste große Wettkampf. Allein werden wir das nicht schaffen. Wir brauchen Hilfe", sagt Goverka. Die Rollstuhltänzer-Kollegen aus Wien, die gemeinsam mit den Salzburgern im Austria Wheelchair Dancer Nationalteam antreten sollten, müssen nun alleine um den Titel in Holland rittern. Während die Salzburger mit dem Bus unterwegs waren, fliegen die Wiener Sportler heute Früh nach Cuijk.