"Geburtshelfer" des Frauenhauses im Burgenland: Die beiden Vorstitzenden Andrea Gottweis, Gabriele Arenberger, Landesrätin Verena Dunst, Landesrat Peter Rezar

© KURIER/Susanne Eiweck

Jubiläum
09/11/2014

Zehn Jahre Frauenhaus: Als Zufluchtsort nötiger denn je

Seit 2004 haben im Frauenhaus 372 Frauen schnell und unbürokratisch Hilfe erhalten.

Zehn Jahre Frauenhaus im Burgenland – ein Grund zum Feiern, aber nicht an Ort und Stelle. Denn: "Die Adresse des Frauenhauses soll nicht zu bekannt werden, wir brauchen keine Übergriffe", betont Frauen-Landesrätin Verena Dunst. Zum Jubiläum kann nämlich auch gefeiert werden, dass es bisher keinen Ernstfall gegeben habe.

2004 wurde das Frauenhaus in Eisenstadt – als letztes in Österreich – eröffnet. Seither haben hier 372 Frauen mit ihren 431 Kindern Zuflucht vor Gewalt in der Familie gefunden. Das Haus sei "wie ein Taubenschlag", beschreibt es die Vorsitzende des Trägervereins "Die Treppe", SPÖ-Landtagsabgeordnete a.D. Gabriele Arenberger, es herrsche ein ständiges Kommen und Gehen. "Manche Frauen bleiben nur zwei Nächte, andere zwei Monate. Das bisher längste waren eineinhalb Jahre", berichtet VP-Landtagsabgeordnete Andrea Gottweis, die sich mit Arenberger den Vereinsvorsitz teilt.

Die Auslastung im Frauenhaus schwankt zwischen 60 und 80 Prozent. Heuer wurden bis Ende August "nur" insgesamt 17 Frauen aufgenommen. Wobei dieser Rückgang nichts mit der Zahl von Gewaltsituationen zu tun habe, wie Arenberger betont, ganz im Gegenteil: "In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Frauen dazu verdammt, Gewalt lange erleiden zu müssen."

Gewalt in der Familie habe sich in diesen zehn Jahren auch verändert, wie Dunst sagt: "Gewalt ist anders, sie eskaliert immer mehr." Viele Burgenländerinnen müssten zu ihrer Sicherheit in Frauenhäuser in anderen Bundesländern untergebracht werden – und umgekehrt.

Das, was sich seit der Eröffnung nicht geändert hat, sind die Ziele. Unbürokratische Soforthilfe steht an erster Stelle. "Eine Aufnahme ist ohne Antrag bei einer Behörde möglich", erläutert Sozial-Landesrat Peter Rezar.

Norden statt Süden

Ebenfalls wichtig: Anonymität. Das sei auch ein Grund, warum das Frauenhaus im Nordburgenland gebaut wurde. "Im Süden wäre das nicht gegeben", meint Arenberger und erteilt immer wieder laut werdenden Forderungen nach einem zweiten Frauenhaus eine Absage: "Das ist weder legistisch noch finanziell möglich und von den Zahlen her auch nicht sinnvoll."

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