Chronik | Burgenland
06.07.2015

"Wutkünstler" nimmt die Politik aufs Korn

Der Golser Künstler Nikolaus Eberstaller hat jüngst "eine Schimpforgie" verfasst.

"Wut". So lautet der Titel von Nikolaus Eberstallers erstem Buch. Der Künstler aus Gols übt darin Kritik an Gesellschaft und Politik.

Dass Nikolaus Eberstaller wütend ist auf Politik und Land, ist in seinem Buch nicht zu überlesen. Obwohl ein Roman, hat Eberstaller unumgänglich auch seine persönlichen Erfahrungen einfließen lassen. "Die Gesellschaft hat mich inspiriert, das Buch zu schreiben", erklärt der Neo-Autor.

Rund zweieinhalb Jahre hat der Künstler an dem Buch geschrieben. Herausgekommen ist, wie er es nennt, "eine Schimpforgie". Die Wut müsse rauskönnen, denn dann könne man nicht explodieren, so seine Meinung. "Die Idee dazu hatte ich schon lange im Kopf, sie umzusetzen brauchte seine Zeit." Der Protagonist in dem Buch beschreibt alle Dinge, die ihn abstoßen: bratwurstimitatfressende Veganer, Bonsaizüchter, Waffenlobbyisten, Jungpolitiker und "das Land ohne aufrechte Wirbelsäulenflöte". Ein unglücklicher Mensch, dessen Leben sich erst ändert, als er eine Frau trifft und ihn die Liebe erwischt. So gehe es in dem Buch zwar um die Wut, "eigentlich aber um die Liebe, die einen Menschen verändert", sagt Eberstaller.

Projekt

Das Buch ist Teil von Nikolaus Eberstallers Projekt "Battlefield Love Memorials", das im Mai in Berlin anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes in Berlin veranstaltet wurde. Weitergeführt wird es über ein in Beton erstarrtes Schlachtfeld in Lebensgröße, das anschließend in Breslau – Europäische Kulturhauptstadt 2016 – aufgelöst und wiederverwertet werden soll. Nach den Premieren in Europa soll "Battlefield Love Memorials" auf allen Kontinenten gastieren. "Am Ende der Ausstellungsdauer werden die Menschen aufgefordert, das Schlachtfeld zu zerstören", erklärt Eberstaller.

Obwohl sein erstes Buch erst seit 15. Juni im Handel ist, hat Eberstaller schon ein zweites Werk ins Auge gefasst. "Ja, ich habe eine Idee. Es wird wieder etwas Kritisches werden", verrät er.

Bis dahin freut er sich, wenn möglichst viele Menschen sein erstes Werk lesen. "Denken ist mühsam und führt zu nichts", steht auf der Rückseite des Buches zu lesen. "Das stimmt aber nicht. Es sollte sich jeder möglichst viele Gedanken machen und nicht alles einfach so hinnehmen", sagt Eberstaller und verweist auf die politische Situation im Burgenland. Erschienen ist "Wut" im kleinen Golser Verlag BU&BU. "Es ist sehr praktisch, meine Verlegerin gleich um die Ecke zu haben".

www.eberstaller.at