Am 14. April 2016 erneuerten Marco und Barbara Stipsits   im Kreise ihrer Familie, Freunden und dem Team der  Palliativstation des Krankenhaus Oberwart ihr Eheversprechen

© /Stockhammer-Lacle

Witwer will mit "Fight Cancer" helfen
08/01/2016

Witwer will mit "Fight Cancer" helfen

Für seine Frau war Marco Stipsits bis zum Schluss da, jetzt will er mit einer Hilfsaktion Krebskranken helfen.

von Roland Pittner

Vor zwölf Monaten kam die niederschmetternde Prognose für Barbara Stipsits. "Es wird nicht mehr", erzählt ihr Ehemann Marco Stipsits. Der Brustkrebs hatte Metastasen im ganzen Körper gebildet. "Wir hatten fünf Jahre gegen den Krebs gekämpft, jetzt mussten wir uns mit dem Sterben und dem Tod befassen", schildert Stipsits. Die 34-Jährige aus Wolfau, Bezirk Oberwart, bekam schwere Medikamente, um die Schmerzen auszuhalten. "Sie wollte nur mehr ins Koma, hat sie auf einen Zettel gekritzelt", sagt Stipsits. Dem gemeinsamen zehnjährigen Sohn Alessandro musste er erklären, dass er nicht mehr zu seiner Mama darf. "Er sollte sie nicht in so einem Zustand in Erinnerung behalten", sagt Stipsits. Seine Frau nahm noch eine Videobotschaft auf, "in der sie Alessandro erklärte, dass sie sterben wird".

Brustkrebs

Nach der Botschaft sei bei Alessandro "das Häferl gebrochen". "Das war für mich der schlimmste Moment – zu sehen, wie sein kleines Herz bricht. Ich konnte ihn nur in den Arm nehmen", schildert sein Vater.

Am 25. April erlag Barbara Stipsits ihrer schweren Krankheit.

Als es so weit war, Abschied nehmen zu müssen, "sitzt du zu Hause und es war ein luftleerer Raum". Er hatte seinen Job als Immobilienmakler reduziert, sich nur auf die Familie konzentriert. Als sein Sohn ihm schließlich erklärte, "wenn ich groß bin, will ich was tun, bei dem ich Menschen helfen kann. Als Architekt in Afrika Häuser und Schulen bauen oder Arzt werden", antwortete er, "Nicht wenn du groß bist, wir machen jetzt was. So wie wir der Mama geholfen haben, werden wir jetzt anderen helfen."

Spendenaktion

Den Kampf gegen Krebs kannten die beiden, für sie war naheliegend, etwas in dieser Richtung zu tun. Ab diesem Tag hat der Witwer Spenden gesammelt, 5000 Euro sind für die Krebshilfe zusammengekommen.

Zusätzlich hat er die Idee von der eigenen Hilfsaktion "Fight Cancer" umgesetzt. Über das familiäre Umfeld, Soziale Netzwerke, Geschäftskontakte seien bereits viele Leute an ihn herangetreten und haben Unterstützung zugesagt. "Wenn du offen über Krebs redest, begegnen einem die Betroffenen auch offen", sagt Stipsits. "Große Institutionen sind oft limitiert", weiß er aus Erfahrung, deshalb wolle er bei den kleinen Dingen ansetzen. Wenn die Krankenkasse ein mobiles Sauerstoffgerät nicht bezahlen will oder andere Kosten nicht leistbar sind. "Wir hatten Mehrausgaben von 1800 Euro im Monat", erklärt Stipsits, für viele ohne Rückhalt in der Familie wäre das nicht zu stemmen. Die Spenden gehen komplett an Betroffene, es gibt keinen Verwaltungsapparat. Das Ziel ist es, den Menschen ohne bürokratische Hürden zu helfen. "Alessandro und ich sind gerade wieder dabei, Freundschaft mit dem Leben zu schließen und haben auch richtig gute Tage. Es bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagt Stipsits.

www.fight-cancer.at

Hilfe für KrebskrankeMit der Hilfsaktion „Fight Cancer“ will der Witwer aus dem Südburgenland anderen helfen, mit dieser Situation umzugehen und sie auch finanziell unterstützen. Die Spenden gehen an Betroffene, die Krebshilfe oder andere Hilfsaktionen. www.fight-cancer.at
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