"Wachen werden nicht aufgestellt"

© Bild: GEORG GESELLMANN/georg gesellmann

Eisenstadt: Kriminelle schlugen Montagnacht gleich in drei Wohnanlagen zu.

Zumindest vier gestohlene Fahrräder und ein gewaltiges Durcheinander in den aufgebrochenen Kellerabteilen: Das ist die erste Bilanz einer Einbruchstour von bislang unbekannten Kriminellen in der Eisenstädter Bahnstraße. Wie die Täter in der Nacht von Montag auf Dienstag in die Kellerräume des Hochhauses sowie von zwei weiteren Wohnhausanlagen kommen konnten, war Dienstagnachmittag noch Gegenstand polizeilicher Ermittlungen.

"Die Tatortgruppe ist noch vor Ort", sagte Eisenstadts stellvertretender Stadtpolizeikommandant Günter Hauer zum KURIER.

Im 16-stöckigen Hochhaus in der Bahnstraße 14 dürften 16 Kellerabteile auf jeden Fall nach 20.30 Uhr aufgebrochen worden sein. "Denn um halb neun brachte mein Sohn sein Fahrrad in den Keller und da ist ihm nichts aufgefallen", erzählt Hausmeisterin Brigitte Lidl.

Vorhut

Gestohlen wurde im Hochhaus nichts, wie sich herausstellte. Lidl vermutet, dass es sich hier "um einen Lokalaugenschein" gehandelt habe. Die Hausmeisterin glaubt nämlich, dass nur die Vorhut einer Bande geschickt worden ist, um in Erfahrung zu bringen, was aus den Kellern zu holen ist.

Dafür seien die Abteile aufgebrochen und der Inhalt sei fotografiert worden. "Denn in den Gängen lagen herausgenommene Kisten und Gegenstände herum", erklärt Lidl. Und die Kellerbesitzer hätten bis dato noch keine Verluste gemeldet. Ein Bewohner des Hochhauses, Polizist in Wien, ist ebenfalls davon überzeugt, dass es sich hier nur um einen Vortrupp handelte. Er habe ähnliches bereits in Wien mehrmals erlebt.
"Die Schlösser sind aber schon jenseits von gut und böse", sagt der Gatte der Hausmeisterin, Walter Lidl, der sie jetzt repariert. Ob die Einbrecher wieder kommen?

"So frech werden sie doch nicht sein, oder doch?" fragt Walter Lidl. Man werde ab jetzt zwar aufmerksamer sein, "aber Wachen werden nicht aufgestellt."

Erstellt am 05.12.2011