Chronik | Burgenland
26.04.2017

Vom Wanderarbeiter-Verein zum Pendlerforum Burgenland

Rund 100.000 Pendler gibt es; jeder Zweite arbeitet außerhalb des Burgenlandes.

Das Pendeln hat im Burgenland Tradition. Seit den 50er Jahren fahren Handwerker, Arbeiter und Angestellte nach Wien zur Arbeit. Früher kehrten sie maximal am Wochenende zurück in die Heimat. 1967 haben Baugewerkschafter mit Unterstützung der SPÖ und der Arbeiterkammer in Wien das "Forum der burgenländischen Wanderarbeiter" ins Leben gerufen. 2006 gründete sich daraus das "Pendlerforum Burgenland". Am Dienstag feierte man in der Sky Lounge in Wien das 50. Jubiläum.

Rund 100.000 burgenländische Arbeitnehmer pendeln zu ihrem Arbeitsplatz, knapp die Hälfte davon nach Wien, gefolgt von Niederösterreich und der Steiermark. Obmann des Pendlerforums ist SPÖ-Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Olbendorf, Wolfgang Sodl. Der Verein ist eine Anlaufstelle für die Anliegen der Pendler, wo beraten und über Förderangebote informiert wird. Auch bei Verhandlungen um Fahrkartenpreise oder den Ausbau der Verkehrsangeboten ist das Forum aktiv. Wichtige Meilensteine, waren laut Sodl, die Einführung des Pendler-Euros, sowie ein Angebot an Parkgaragen, für Wien-Pendler in Zusammenarbeit mit dem Land.

Süden

"Früher war das tageweise Pendeln nach Wien vor allem aus dem Südburgenland undenkbar", erklärt Sodl. Heute würden allein aus den südlichen Bezirken pro Tag "rund 1500 Menschen mit der Buslinie G1 nach Wien fahren", sagt Sodl. Möglich mache das die Förderung des Landes, die rund 50 Prozent zu den Wochen-, Monats- und Jahrestickets dazu zahlt. "Es geht darum, leistbare öffentliche Verkehrsmittel zu haben", sagt der Obmann. Das Land Burgenland investiert insgesamt jährlich etwa 17 Millionen Euro in den öffentlichen Verkehr.

Auf das Pendlerforum kommen neue Herausforderungen zu, wie das Parkpickerl in Wien-Favoriten, das ab September kommt. Dort würden laut Obmann Sodl viele Burgenländer wohnen. Ein Zukunftsziel ist die Umstellung der Pendler-Pauschale auf ein kilometerbezogenes Pendlergeld. "Damit Leute die viel verdienen, nicht mehr für die Fahrt zur Arbeit bekommen, als Geringverdiener", sagt Sodl. Denn auch in Zukunft werde das Burgenland ein "Pendlerland" bleiben.