Chronik | Burgenland
02.04.2017

Vom "sauren Hund" zum Genuss

Der Direktträgerwein ist immer beliebter, statt Rodungen gibt es neue Auspflanzungen von Reben.

Mehr als ein Hektar Uhudler hat Matthias Mirth heuer schon angepflanzt. "Die Großeltern haben schon Uhudler gemacht", sagt Mirth, steckt den Weinstock ins vorbereitete Loch und gräbt ihn ein. Mit einer Weinhecke hat er vor 20 Jahren begonnen, Uhudler zu keltern, 150 Liter füllte er in Flaschen ab. "Damals habe ich in Sölden gearbeitet, da hieß es von den Leuten nur verschwind’ mit dem sauren Hund, heute fragen sie, ob ich eh einen Uhudler für sie mit hab", sagt Mirth, der 6,5 Hektar Uhudlerreben bewirtschaftet.

Im Vorjahr wurde er noch angezeigt, weil er einen Weingarten 2009 mit neuen Reben verjüngt hat. Durch das Auspflanzverbot für Direktträgersorten, gab es im Bezirk Güssing sogar Rodungsbescheide. Durch eine Gesetzesänderung ist die Auspflanzung nun legal und rund 15 Hektar Rebflächen wurden 2017 zum Auspflanzen bei der Behörde angemeldet.

Legalisierung

"Durch die Legalisierung haben wir unser Überleben gesichert bekommen", meint Mirth. Denn wegen Blaufränkisch oder Welschriesling würde niemand nach Eltendorf kommen. In seinem Gasthaus "Uhudlerei" bietet er den Wein an und auch die Gäste kommen wegen dem Direktträgerwein. Die Diskussion um ein mögliches Verbot ab 2030 hätte dem Uhudler noch mehr Aufwind gegeben. "Er ist sicher bekannter geworden, der Uhudler ist ein Magnet für die Region", sagt Mirth.

Qualitätssicherung

Mit dem "Heckenklescher" von früher hat der Uhudler kaum mehr was gemeinsam. "Es wird wie beim Qualitätswein gearbeitet, wir sind am modernsten Stand der Technik", sagt Mirth. Der Uhudlerverein habe dazu viel beigetragen, denn nur wer die Kontrollvorgaben erfüllen kann, darf das original Uhudleretikett verwenden. "Es war harte Arbeit für den Verein, um diese Qualität zu erreichen", sagt Mirth. Rund 350 Mitglieder hat der Uhudlerverein rund um Obmann Harald Kaiser. Rund 250.000 Liter Wein wurden bisher pro Jahr gekeltert. Zu kaufen gibt es die südburgenländische Spezialität ab Hof, aber auch im Supermarkt.

Für Mirth ist der Weinbau kein Hobby, sondern ein Wirtschaftszweig. "Dadurch konnte ich auch meine Mitarbeiterzahlen steigern", sagt der Wirt, der neben dem "Kirchenwirt" in Eltendorf auch einen Buschenschank im Kellerviertel betreibt, ebenso wie eine Hochzeitsschenke. Auch die Fremdenzimmer seien durch den Uhudler in den vergangenen Jahren wieder besser gebucht. "Das Thema Uhudler ist ein großer Wirtschaftsfaktor für die Region", ist sich Mirth sicher.

Seine neuen Weingärten werden in etwa drei Jahren die ersten Trauben bringen. Bis jetzt gab es 55 Hektar Uhudlerreben im Südburgenland.