Chronik | Burgenland
26.01.2018

Viele Motive, Schmerzen und ein Ziel

3500 Teilnehmer, davon 500 Schüler, waren bei der 24 Stunden Burgenland Extrem Tour am Start.

"Hey ho, let’s go!" Dass Kinder und Jugendliche Bewegungsmuffel sind und lieber stundenlang vorm Laptop sitzen, anstatt sich im Freien auszutoben, sollte man bei diesen Schlachtrufen nicht für möglich halten. Die Motivation, mit der die rund 500 Schüler am Freitag bei der 24 Stunden Burgenland Extrem Tour an den Start gehen, ist nicht zu überhören.

Dass bei der Extrem Tour dieses Jahr auch Schulen mitmachen konnten, war eine Premiere. "Kinder und Jugendliche verbringen leider immer weniger Zeit draußen in der Natur. Vielleicht werden sie durch die Tour dazu angeregt, zukünftig mehr Bewegung im Freien zu machen", meint Organisator Michael Oberhauser. Während der Original Trail über 120 Kilometer bereits um 4.30 Uhr in Oggau und der Final Trail über 60 Kilometer um 9.30 Uhr in Apetlon gestartet sind, machen sich die Schüler um 10.30 Uhr auf den Weg, um die etwa 25 Kilometer lange Strecke von Neusiedl nach Oggau in Angriff zu nehmen. "Ich bin gespannt, was passieren wird und auch etwas nervös, ob ich es wirklich schaffen werde", sagt Valentina vom Campus BHAK und BHAS Stegersbach, die gemeinsam mit der NMS Stegersbach das Abenteuer Burgenland Extrem bewältigen wollen. "Ich hätte mir nie gedacht, dass die Schüler so begeistert mitmachen würden. Sie waren ganze Woche schon aufgeregt", sagt Klassenvorständin Bianca Horvath.

Schließlich geben die Organisatoren mit Polit-Prominenz wie Landeshauptmann Hans Niessl und der Bürgermeisterin von Neusiedl am See, Elisabeth Böhm, den Startschuss. "Begleitet werden die Schüler übrigens vom Bundesheer. Es kann also nichts passieren", sagt Organisator Oberhauser.

"Das Ziel ist das Ziel"

Während die Schüler sich erst auf den ersten Kilometern befinden, erreichen viele der rund 2000 in Oggau gestarteten Teilnehmer bereits die Halbzeit. Nach 60 Kilometern heißt es in Apetlon stärken für die zweite Hälfte. "Mir geht’s gut, nur meinem Fuß nicht", sagt Andy aus Wien, der sich in der warmen Wirtshausstube mit einem Paar Würstel stärkt. "Aber das gehört dazu. Ich habe schon viele Ultras gemacht. Das ist heute mein Diätlauf. Der Weihnachtsspeck muss weg", scherzt er.

Thomas, Martha und Georg wollen gemeinsam bis ins Ziel in Oggau kommen. "Es ist mein erster Ultra. Das Wetter ist super und mir geht es gut", meint Martha.

Nur noch weniger hundert Meter von der wohlverdienten Labestelle entfernt gehen Corinna und Helmut. Die beiden sind Vater und Tochter und bereits zum dritten Mal bei der Tour dabei, verraten sie. "Die beiden vergangenen Jahre mussten wir einmal in Podersdorf und einmal in Purbach aufgeben. Heuer ist das Ziel das Ziel", sind sie sich einig.

Voller Freude, aber mit einem traurigen Hintergrund hat sich Markus Riederer, Obmann des Vereins Laufend Helfen auf den 120 Kilometer langen Weg gemacht. "Eine sehr gute Freundin von mir ist leider schwer erkrankt und wäre eigentlich gestartet. Ihr zuliebe werde ich gemeinsam mit einer Freundin diese Tour bestreiten", sagt er.

Egal aus welchem Motiv, in einem sind sich alle Teilnehmer einig: Man sei auf der Strecke sehr viel mit sich selbst beschäftigt. Es sei vor allem die Ruhe in der Natur, die das Event ausmachen würde.

Zahlen, Daten, Fakten

Hard Facts vom „24 Stunden Burgenland Extrem“-Team Michael Oberhauser, Tobias Monte und Josef Burkhardt:

- Teeversorgung: 20.000 Liter warmer Tee rund um die Uhr

- Nahrung (Wasser, Lebensmittel, Kekse, Energieriegel, Bananen, etc.): 24 Tonnen

- Material für Startpakete: 15 Tonnen

- Helfer / Freiwilliger Einsatz: 220 HelferInnen: 14.000 Stunden

- Kooperation mit folgenden Organisationen: Gemeinden Oggau, Neusiedl, Apetlon und Illmitz, Polizei, Rotes Kreuz und Bundesheer

- Zurückgelegte Geh-Kilometer: 315.000 Kilometer (würden 100 Prozent das Ziel erreichen) bis 126.000 Kilometer (bei 40 Prozent Finisher-Durchschnitt)

Infos: www.24stundenburgenland.com