Chronik | Burgenland
09.06.2017

Vermittlung von Studenten aus China per Exklusivvertrag

3600 Euro pro Jahr zahlt jeder Teilnehmer. Die Nadja GesmbH hat 15 Plätze für Chinesen fix gebucht.

2289 ordentliche Hörer studieren an der Fachhochschule Burgenland, 243 davon kommen aus dem Ausland, die meisten aus Ungarn. Falls sie der deutschen Sprache nicht mächtig sind, müssen sie einen Vorbereitungskurs absolvieren, ehe sie für ein Studium an einem der FH-Standorte in Eisenstadt oder Pinkafeld in Frage kommen. Dieses "Bridging Program" sorgt für Irritationen.

Die FH Burgenland, deren Träger das Land ist, hat für die Vermittlung von Studenten aus der Volksrepublik China einen unbefristeten Exklusivvertrag mit der Nadja Dienstleistungs GesmbH. Zum Ärger einer Konkurrenzfirma, die mit dem Versuch, eine Studentin aus Shanghai im Kurs unterzubringen, abgeblitzt ist. Die Firma will sich nun in der Causa ans Wissenschaftsministerium wenden.

Die Hintergründe

Die Nadja GesmbH wurde 2014 in Wien gegründet und ist Mitglied der Austrian Chinese Business Association, die den Ausbau wirtschaftlicher Beziehungen zu China fördern will. Nadja-Geschäftsführerin Hongge Zhang verteidigt den Exklusivvertrag: Ohne Nadja "wäre die FH Burgenland in China praktisch unbekannt", insbesondere gäbe es "das Bridging Program an der FH Burgenland nicht". Diese Initialzündung bestätigt auch FH-Geschäftsführer Georg Pehm. Erst dank der Kooperation mit Nadja ab Herbst 2014 gebe es ein eigenes "Bridging", vorher mussten ausländische Studienbewerber in anderen Bundesländern die Kurse absolvieren. Pehm betont, die inhaltliche Verantwortung für die Kurse liege nur bei der FH. Ebenso die Entscheidung, wer danach zum Studium zugelassen werde – da zählten Zeugnisse und Tests.

Die Nadja GesmbH buche lediglich jährlich 15 Plätze für Chinesen zu je 3600 Euro und hafte dafür auch bei weniger Teilnehmern. Derzeit sind 39 Ausländer im Kurs, davon "nur" 14 Chinesen. Wenn ein Mitbewerber "mehr anbiete" als Nadja, könne "man darüber reden", sagt Pehm. Man denke aber nicht an eine Kündigung des Vertrags, weil die Zusammenarbeit mit Nadja klappe. Ob auch andere FH‘s solche Verträge haben? Es gebe "keine zentrale Auflistung", weil diese Lehrgänge "nicht akkreditierungspflichtig" sind, heißt es aus dem Wissenschaftsministerium. Weil das Burgenland auf Studiengebühren verzichtet, zahlen auch Chinesen – wie andere Ausländer – nichts, wenn sie zum Studium zugelassen werden. Für Pehm kein Problem: Man dürfe "nicht diskriminieren" und angesichts von nur rund 10 Prozent Ausländern handle es sich um eine "gute Mischung".