Chronik | Burgenland
27.02.2018

Unbelehrbaren Autofahrern droht Rechnung von Feuerwehr

Am Wochenende wurden Pkw von gesperrtem und zugeschneitem Güterweg gezogen.

Was tun mit Autofahrern, die trotz Straßensperre einen schneeverwehten Güterweg befahren, dort wenig überraschend stecken bleiben und dann von der Feuerwehr abgeschleppt werden müssen? "Die Fahrer werden wohl eine Rechnung bekommen, entweder von uns oder den Kollegen aus St. Margarethen", sagt Siegendorfs Feuerwehrkommandant Roland Schimetits am Montag zum KURIER.

Am Wochenende mussten die Freiwilligen Feuerwehren von Siegendorf und St. Margarethen je dreimal mit zehn Mann ausrücken, um hängengebliebene Pkw wieder flott zu machen. Einmal wurden die Florianis um vier Uhr früh alarmiert. Dabei habe auf dem Güterweg zwischen den beiden Gemeinden im Bezirk Eisenstadt-Umgebung "eindeutig ein allgemeines Fahrverbot" bestanden, betont Schimetits. Bei der Siegendorfer Ortstafel war auch ein Scherengitter aufgestellt. In einem Fall sei ein Pkw stecken geblieben, dahinter seien dann fünf weitere Fahrzeuge festgesessen, ergänzt Wolfgang Abraham, Feuerwehrkommandant von St. Margarethen. Die Florianis der Festspielgemeinde überlegen noch, ob sie die Autofahrer zur Kasse bitten.

Tarifverordnung

Landesfeuerwehrkommandant Alois Kögl verweist darauf, dass es für solche Fälle eine Tarifverordnung gebe, das Abschleppen schlage mit rund 200 Euro zu Buche. Für den obersten Chef von rund 17.000 Feuerwehrmitgliedern ist das Problem aber vielschichtig. Denn wenn keine Gefahr für Leib und Leben bestehe, müsste eigentlich ein gewerblicher Abschleppdienst angefordert werden. Die Unterscheidung obläge der Landessicherheitszentrale, wo die Notrufe eingehen. Aber Kögl räumt ein, dass die Unterscheidung oft einer Gratwanderung gleichkomme, gerade bei eisigen Temperaturen. Kögl: "Wir sind halt immer auf Knopfdruck parat."

Grundsätzlich vertritt der Landesfeuerwehrkommandant die Auffassung, dass sich die Belastung der Feuerwehr durch solche Einsätze in Grenzen halte – ja mitunter könne man diese Bergungen gar als Schulung verstehen. "Wo lernt man denn sonst das Abschleppen unter diesen widrigen Umständen?"