Chronik | Burgenland
02.06.2013

Trio soll FPÖ mehr Schlagkraft verleihen

Alexander Petschnig wird Klubdirektor, Ries und Jauschowetz Geschäftsführer.

Die FPÖ hat ihr Haus nach den Turbulenzen rund um den Landesparteitag Mitte April neu bestellt. Damals war die Parteispitze abgestraft worden, gehen mussten mit Géza Molnár und Siegfried Zeltner aber die Parteimanager. Parteichef Hans Tschürtz präsentierte Sonntagmittag die neuen Manager: Wie der KURIER bereits berichtete, wird der aus Kärnten stammende und nun in der Illmitzer Ortsgruppe aktive Alexander Petschnig neuer Klubdirektor. Die ursprünglich ausgeschriebene Funktion des Landesparteisekretärs entfällt, ebenso die zuletzt von Tschürtz ins Spiel gebrachte Variante mit „Wahlkreis-Sekretären“. Stattdessen stellte er „zwei Geschäftsführer auf gleicher Ebene“ vor, der Polizist Christian Ries aus Rust wird den Landesnorden betreuen, der Pinkafelder Techniker Peter Jauschowetz die südlichen Bezirke. Die Neuen starten am 1. Juli.

„Befriedet“

Bei der Abstimmung über die neuen Parteimanager habe es im Landesvorstand eine Gegenstimme gegeben, in der Landesparteileitung zwei – für Tschürtz ist die FPÖ damit wieder „befriedet“.Die Freiheitlichen wollen offenbar die Schlagkraft im Landtag und in den Gemeinden erhöhen. Für die Landtagswahl 2015 bleibe „Zweistelligkeit das Ziel“, betonte Tschürtz. 2010 blieb man mit knapp neun Prozent deutlich unter den Erwartungen, ebenso bei der Kommunalwahl im Herbst 2012. Während die von Ex-Blauen gegründete Liste Burgenland drei Bürgermeister erreichte, hat die FPÖ kommunal keine Machtbasis. „Der Klubdirektor wird sehr, sehr wichtig“, erklärte Tschürtz. Ökonom Petschnig will vor allem die Kontrollfunktion der größten Oppositionspartei stärken. Tschürtz: „Die budgetäre Situation des Landes wird beleuchtet“. Vom Finanzministerium, wo der 40-jährige Vater einer Tochter beschäftigt war, lässt sich Petschnig dienstfreistellen. Ries wird seine Wochenstunden als Polizist reduzieren, Jauschowetz will nebenbei das Ziviltechnikerbüro seines Vaters übernehmen. Die beiden Geschäftsführer sollen vor allem den Ortsgruppen unter die Arme greifen. „Wir wollen in den Gemeinden einen Organisationsgrad von 80 bis 90 Prozent statt der bisherigen 50 %“, gab Tschürtz die Linie vor.

Edi Nicka, Ex-FP-Mandatar und prononcierter Tschürtz-Kritiker, glaubt, die Basis sei vor allem mit dem Köpferollen nach dem Parteitag unzufrieden und das habe sich noch nicht gelegt. Er fordert stärkeres Mitspracherecht der Basis, etwa bei der Kür der Landtagskandidaten.