Treue "Freunde" aus Belgien

1200 Kilometer trennen Nijlen und Hagensdorf. Seit 1973 wird die Reise ins Südburgenland unternommen.

Belgier auf Urlaub in Österreich - kein Grund zur Aufregung. Belgier auf Urlaub im Burgenland - okay, soll vorkommen. Belgier auf Urlaub in Hagensdorf - da wird genauer nachgefragt. Im Jahr 1973 hat die Liaison mit der Region begonnen, Güssing war seinerzeit der erste Kontaktpunkt. Seit 1982 ist der Schwabenhof im besagten Hagensdorf das Liebkind. Durchgehend, jeden Sommer, ohne Unterbrechung. Aber warum, lautet die staunende Frage?

"Hier finden wir Ruhe, den Stress haben wir zu Hause. Wir gehen spazieren, fischen oder fahren mit dem Rad", parliert Geert Matheus in ausgezeichnetem Deutsch. "Wir genießen die Gastfreundschaft der Burgenländer. In einem großen Hotel ist man nur eine Nummer, aber hier ist man ein Freund." Drei Generationen - 14 bis 77 Jahre alt - haben die 1200 Kilometer von Nijlen, Provinz Antwerpen, in Angriff genommen.

Zehn Tage werden in der südburgenländischen Idylle verbracht. "Wir kennen mittlerweile fast alle im Ort, das ist wie Familie", schildert Peter Matheus. "Wir verbinden sehr schöne Erinnerungen mit unseren Aufenthalten. Eines ist uns aber aufgefallen, es gibt jetzt weniger Zeltfeste." Der Eiserne Vorhang sei einst eine Attraktion gewesen, heute könne man die Grenze nach Ungarn ganz leicht überschreiten. Auch mit sämtlichen Burgen der Region habe die Familie bereits Bekanntschaft gemacht. Buschenschank und Uhudler sind bei jedem Besuch Pflicht.

Neuer Garten

Die belgische Abordnung ist indes kein Einzelfall im Schwabenhof. "Wir haben bis zu 70 Prozent Stammgäste", erklärt Heinz Luisser, der das Haus in dritter Generation führt. Die Struktur ist gemischt, von Schulklassen bis Seniorengruppen, im Winter Jagdgesellschaften. Ausgedehnte Radtouren und der Uhudler würden hauptsächlich in das 270 Einwohner-Dörfchen im Bezirk Güssing locken. 7000 Nächtigungen werden pro Jahr erzielt, im Schnitt dauert der Aufenthalt zweieinhalb Tage, 26 Zimmer stehen zur Verfügung.

Der große Umbau erfolgte 2003, renoviert wurde 2009. Der Garten wurde heuer komplett neu gestaltet - Feuerplatz, japanischer Teil, Lese- und Kuschelecke sowie Hängematten laden zum Verweilen ein. "Eine Rückzugsoase für unsere Gäste. Im Sommer spielt sich alles draußen ab", berichtet der Hausherr. Kulinarisch wird auf Produkte der Region vertraut. Schmankerln der motorisierten Art versüßen jeden Ausflug: "Die beiden E-Bikes und das Elektro-Kart werden sehr gut angenommen."

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011