Burgenland: SPÖ liegt am Ende nur 212 Stimmen vor ÖVP

Berlakovich und Zarits siegen im ÖVP-Rennen, Doskozil bei den Vorzugsstimmen.

Nach langem wieder drei ÖVP-Nationalräte: Berlakovich, Schwarz, Zarits Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat die meisten Vorzugsstimmen gesammelt Der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) erobert wieder ein Landeslistenmandat

Am Montag war ÖVP-Chef Thomas Steiner "extrem zuversichtlich", dass die Volkspartei die "Top-Sensation" schafft und nach Auszählung aller Wahlkarten für die Nationalratswahl auch im Burgenland ganz oben steht. Seit Donnerstagnachmittag ist klar, die SPÖ konnte ihren Vorsprung vom Wahlsonntag ins Ziel retten und bleibt mit 212 Stimmen mehr stimmenstärkste Partei (am Sonntag waren es 261).

Insgesamt machten 64.070 Burgenländer (32,9 Prozent) ihr Kreuz bei den Roten, 63.858 (32,8 %) bei Schwarz-Türkis. Die FPÖ kommt auf 25,2 Prozent, Grüne, Neos und Liste Pilz blieben unter drei Prozent. Die Roten sind mit zwei blauen Augen davongekommen. Selbst 2002, als Wolfgang Schüssel Kanzler wurde, betrug der Abstand zur ÖVP mehr als 6500 Stimmen, nur die Freistadt Eisenstadt sowie die Bezirke Güssing und Jennersdorf waren mehrheitlich schwarz. 2017 ist die SPÖ nur noch in drei (Eisenstadt, Mattersburg, Oberwart) der sieben Bezirke vorn, jetzt sind auch Oberpullendorf und Neusiedl/See, Heimatbezirk von LH Niessl, schwarz.

Fünf Mandate

SPÖ und ÖVP eroberten je zwei Grundmandate in den Regionalwahlkreisen, die Spitzenkandidaten Erwin Preiner (SPÖ) und Christoph Zarits (ÖVP) im Landesnorden sowie Hans Peter Doskozil (SPÖ) und Niki Berlakovich (ÖVP) im Süden kommen in den Nationalrat – Preiner, Doskozil und Berlakovich mit Vorzugsstimmenmandaten. Der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) verteidigt sein Landesmandat. ÖVP-Spitzenfrau Gaby Schwarz kriegt ein Bundesmandat.

In der ÖVP gab es die interne Regel, dass die meisten Vorzugsstimmen ein Mandat bringen – die gab es für die schon von den Parteikonventen erstgereihten Zarits und Berlakovich. Der Ex-Minister konnte sich im Süden mit 7916 Vorzugsstimmen klar gegen Patrik Fazekas (4108) durchsetzen, plus Landesliste kam Berlakovich auf 11.550 Stimmen. Hofer erreichte auf diesen beiden Ebenen 16.114 Vorzugsstimmen und Doskozil 20.990 – deren Bundeslistenstimmen fehlen noch.

(kurier) Erstellt am
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