Sozialprojekt lebt zu 100 Prozent von Spenden

Derzeit werden 20 Kinder, vor allem Sozialwaisen, in Wetschehaus betreut © Bild: /Caritas Bgld.

Seit 20 Jahren finanzieren Burgenländer mit ihren Spenden die Sozialstation Wetschehaus in Rumänien.

Ein afrikanisches Sprichwort besagt, dass man ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen. "Unsere Kinder in Wetschehaus haben ein ganzes Bundesland", sagt Burgenlands Caritas-Präsidentin Edith Pinter stolz. Die Caritas-Sozialstation im kleinen rumänischen Dorf Wetschehaus (Pietroasa Mare) ist seit mehr als 20 Jahren ein Projekt, das zu 100 Prozent mit Spendengeld der Burgenländer finanziert wird – im Vorjahr wurden 96.800 Euro gespendet.

Schwere Kindheit

Derzeit leben 20 Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 18 Jahren in der Sozialstation, vor allem Sozialwaisen. "Manche Kinder bekommen Besuch von ihren Eltern, manche nicht", berichtet Pinter, die oft in Wetschehaus ist. Die Kinder haben meist schon viel erleben – sie wurden geschlagen, lebten auf der Straße, schnüffelten, wurden zum Betteln oder auf den Strich gezwungen.

Oder sie wurden einfach in Stich gelassen. "40 Prozent aller Rumänen sind von Armut betroffen. Wer kann, der geht und das sind vor allem die Jungen", weiß die Caritas-Direktorin, "die Kinder werden bei Verwandten zurückgelassen, mehr oder weniger gut betreut." Das sei auch in Wetschehaus so: "Man hat den Eindruck, dass es hier nur Kinder und alte Leute gibt."

In der Caritas-Sozialstation bekommen die Schützlinge nicht nur ein Dach über dem Kopf, "sondern auch Bildung und psychologische Betreuung", wie Pinter erläutert.

Zu Ostern soll ein neuer Zubau (von Freiwilligen der HTL Mödling errichtet) bezogen werden, weil die bisher im Pfarrhof untergebrachte Station nicht mehr den neuen EU-Vorschriften entspricht.

Neben Sammlungen in den burgenländischen Pfarren organisiert die Caritas mit Partnern auch heuer wieder die Aktion "Coffee to help", bei der Private und Firmen Spenden für Wetschehaus lukrieren können. Die Betreiber des Schloss-Cafés in Eisenstadt, Christian Pfeiffer und Michael Seifert, machen mit. "Das ist eine tolle Aktion. Man weiß genau, wo das Geld hingeht", meint Pfeiffer. Bis Ende Mai wollen die beiden 1000 Euro beisammen haben.

http://www.caritas-burgenland.at

Erstellt am 26.02.2015