Selber ernten um 140 Euro im Jahr

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Wer auf dem Balkon zu wenig Platz für den Gemüseanbau hat, der kann im Freiland bei Schützen/Gebirge Salat & Co. ernten.

Was in Großstädten wie Salzburg, Graz oder Wien seit geraumer Zeit beliebt ist, bietet der  Bio-Landwirt Klaus Rapf aus Tadten ab heuer auch in Schützen am Gebirge für Hobbygärtner ohne Garten an: Selbsternte sei die zeitgemäße und kooperative Form des Miet-Gemüsegartens für jeweils eine Gartensaison, so Rapf: "Wem es auf dem Fensterbrett oder dem Balkon immer schon zu eng war, um sich mit gutem, geschmackvollem Biogemüse aus eigener Ernte versorgen zu können, kann bald seine Lust am Garteln auf der eigenen Selbsternte-Parzelle in Schützen ausleben." Kosten pro Saison: 140 Euro.

Das Besondere dabei ist, dass man die "anstrengenden Arbeiten" wie Bodenvorbereitung und den ersten Anbau fachgerecht dem Biobauern überlässt, um dann Ende April eine vorbereitete Gemüse-Parzelle zu übernehmen.

Klaus Rapf wird die vorgesehene Selbsternte-Fläche mit 20 verschiedenen Gemüsekulturen  bestellen. Der Biobauer unterteilt sie in 60 m²-Parzellen, sodass auf jeder Parzelle 20 Gemüsearten in haushaltsgerechter Menge vertreten sein werden. Von den ersten Salaten, Radieschen, Spinat oder Kohlrabiknollen im Frühling könne man im Sommer nahtlos zur Ernte von Erbsen, Fisolen, Karotten, Mangold, Gurken, Zucchini, Petersilie, Dille, Paradeisern und Paprika übergehen, um dann im Herbst die Kürbisse, die Andenbeeren, Porree,  Rote Rüben, Zeller oder Zwiebel in den Körben zu verstauen, so Rapf. "Die biologische Bewirtschaftung der Parzellen ist für alle verpflichtend." Was in der Saison und in der Region optimal zur Reife kommt, dem wird der Vorzug gegeben, aber auch alte Sorten, die im Handel nicht mehr erhältlich sind, werden angebaut.

Zustimmung

"Ja, diese Idee finde ich sehr gut", sagt Angelika Schuster. Die junge Frau wohnt in Eisenstadt in einer Genossenschaftswohnung und betreibt auf ihrer 25- großen Terrasse einen "kleinen Gemüsebau". Sollte sich die Möglichkeit in Schützen ergeben, dann würde sie auf ihrer Terrasse nur mehr einige Kräuter auspflanzen. Die 140 Euro Jahresbetrag finde sie gerechtfertigt.

Wem der  zu hoch erscheint, für den gibt es  eine andere Möglichkeit.  Hertha Graf aus Deutsch Brodersdorf, die am Bauernmarkt in Eisenstadt verkauft, stellt für den Anbau von Gemüse "sehr gerne" Flächen zur Verfügung. Ohne Service, "aber es kostet auch nichts."

Infos: www.rapf.com  Graf: 0660/815 61 71

Hirschmann (re.) legt selbst Hand an den kosmoplitischen Garten
© Bild: Europahaus

In die Gärten eintauchen Oscar Wilde meinte einmal, der Mensch sei für Besseres geschaffen, als Dreck aufzuwirbeln. "Wenn von Gärten und Bildung die Rede ist, dann geht es in der Regel nicht um Dreck sondern um Ästhetik", sagt wiederum Hans Göttel vom Europahaus Burgenland. Gärten und Landschaften seien Wahrnehmungen von Stadtmenschen, die nicht davon leben müssen, sondern sich darin ergehen können. Ihr Weltbild forme sich, während sie flanieren und genießen.

Und darum nehmen sich Göttel und Gleichgesinnte wie Ilse Hirschmann der Sache an und wollen neue Gärten wachsen lassen. In Eisenstadt kann man an der Gestaltung eines "kosmopolitischen Gartens" mitwirken. Das Europahaus lädt alle  Gartenfreunde ein, auf einem Stück Land Mühen und Freuden ihrer Erdverbundenheit zu erfahren.

Das Gelände befindet sich am Campus 2 hinter dem Technologiezentrum, ursprünglich eine Gstettn, die nun in gemeinschaftlicher Arbeit als kosmopolitischer Garten angelegt wird.  Hochbeete stehen schon bereit, ein Baumkreis umgibt den zentralen Platz, wo dann und wann gefeiert wird. Demnächst wird ein Küchengarten bestellt und ein kosmopolitisches Gartenzimmer eingerichtet, ein Rosengarten und eine künstlerische Lavendel-Installation werden blühen und duften und es gibt noch viel Platz für neue Aussaat und Bepflanzung, so Hirschmann.

www.europahaus.eu

Erstellt am 07.04.2012