Chronik | Burgenland
05.12.2011

Schlepper im Burgenland gestoppt

Ganze 18 Personen waren in einen Kastenwagen eingepfercht, als die Polizei das Auto bei einer Routinekontrolle stoppte.

Erneut ist ein dramatischer Fall von Schlepperei in Österreich aufgeflogen: Die Polizei hat am Dienstagmorgen auf der Ostautobahn (A4) bei Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) kurz nach der Grenze zu Ungarn einen Flüchtlingstransport gestoppt.

Dabei waren 18 Menschen in einen Kastenwagen gepfercht worden. "Unter den Flüchtlingen befanden sich auch eine schwangere Frau und ein achtmonatiges Baby",erklärte ein Beamter am Mittwoch.

Der ungarische Lenker wurde nach Eisenstadt in Untersuchungshaft gebracht. Die Geschleppten kamen in die Erstaufnahmestelle nach Neusiedl am See.

Unmenschlich

Die 18 Personen sind unter unmenschlichen Bedingungen transportiert worden: Die Geschleppten mussten sich in dem Kastenwagen auf einer Fläche von 3,5 mal 1,8 Metern zusammenzwängen. Gestoppt wurden sie nach einer etwa vierstündigen Fahrt.

Im Durchschnitt haben die Flüchtlinge, irakische und türkische Kurden, 2.000 bis 4.000 Euro an eine Schlepperbande bezahlt. Zielländer waren Österreich, Deutschland und die Schweiz.

Nach dem sich die 18 Personen in Subotica in Serbien getroffen hatten, wurden sie zunächst zu Fuß über eine grüne Grenze nach Ungarn gebracht. Dort mussten sie sich in den Kastenwagen drängen.

Gestoppt wurde die Tour bei einer Routinekontrolle im Burgenland. Der Pkw-Lenker kam wegen Verdachts der gewerbsmäßigen Schlepperei in U-Haft. Die illegalen Grenzgänger wurden nach Bestimmungen des Fremdenpolizeigesetzes festgenommen.

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