Projekt: Energie aus Schilf gewinnen

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Foto: FH Burgenland Schilfernte: FH-Chefin Schwab-Matkovits, Forscher Ragoßnig und Krail (v.r.)

Ein geringer Teil des Schilfs vom Neusiedler See wird auch genutzt. Forscher testen, ob Schilf als Lieferant für Biomasse geeignet ist.

Der Brennstoff würde vor der Tür wachsen. Und er wäre kostenlos. Ein Forscherteam ist im Burgenland gerade dabei zu testen, ob das Schilf, das rund um den Neusiedler See wächst, als Lieferant für Biomasse genutzt werden kann.

Träger des Projekts „Enereed" sind die Fachhochschulstudiengänge Burgenland, Projektpartner sind u.a. die TU Wien, die  Landesregierung, die Fernwärme Güssing sowie der WWF. Mit im Boot sind auch die Unternehmen Herz Energietechnik GmbH und Lafarge Perlmoser GmbH.

Schilfdecke

„Schilf wird noch wenig genutzt. In Dänemark etwa wird schon seit Jahren Stroh als Energielieferant herangezogen", erklärt Forschungsleiter Professor  Arne Ragoßnig. Im Burgenland stünden durch die  größte geschlossene Schilfdecke Mitteleuropas (18.000 ha) genügend Ressourcen zur Verfügung.  „Derzeit wird nur ein geringer Teil der Schilffläche genutzt, etwa für Dächer oder Matten", sagt Ragoßnig.

Das „Altschilf" hingegen verschlechtere durch den verstärkten Nährstoffeintrag die Wasserqualität des Sees. Durch das Projekt Enereed soll geklärt werden, ob und wie man das Altschilf technisch, wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll verwerten kann.

Brennwert 

Brennstoffe für die Biomasse zu bekommen werde sowieso immer schwieriger, weiß der Forschungsleiter. Und Schilf habe fast den gleichen Brennwert wie Holz, werde als -neutral gewertet und ist  in großen Mengen vorhanden. Vorstellbar, so Ragoßnig, sei es, Nahwärmeanlagen mit Schilfpellets zu betreiben.

In einem zweiten Schritt soll auch die Verwertung von Schilf als Brennstoff in der Zementproduktion  erforscht werden. Getestet werde das Vorhaben im Zementwerk in  Mannersdorf am Leithagebirge.  Weil dort sehr viel Energie benötigt werde, versuche man  statt Kohle Schilf einzusetzen.

Enereed läuft noch bis 2013. Insgesamt stehen für das Projekt 600.000 Euro zur Verfügung.

(kurier / Claudia Koglbauer) Erstellt am
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