Playboys verlassen die Bühne

Am Anfang stand „Jesus Christ Superstar“, dann folgten 33 Jahre auf Tour und nun das (vorläufige?) Ende: Die erfolgreiche Coverband Playboys verabschiedet sich.

Wie das Amen im Gebet gehörten die Playboys zum Stadtfest oder zur Weinkost (als es sie noch gab) und zu unzähligen Maturabällen. Ab sofort muss man in der Vergangenheitsform schreiben, denn die erfolgreiche Coverband ist Geschichte. Unmittelbarer Anlass für den Abschied von der Bühne nach 33 Jahren ist, laut Manager Michael Freismuth, dass zwei Bandmitglieder ausgestiegen sind. Der Keyboarder aus gesundheitlichen Gründen und die Sängerin aus privaten Gründen, da sie wegzieht. „Meinem Bruder Georg, der Bandleader ist, war es dann zu viel. Wir haben erst vor zweieinhalb Jahren umbesetzt, jetzt nicht schon wieder“, meint Freismuth, im Hauptberuf Geschäftsführer der burgenländischen Fachhochschulen und außerdem Eisenstadts Finanzstadtrat.

Start mit Jesus

Mit Stolz blickt Freismuth, der selbst 22 Jahre lang aktiv mitgespielt hat, auf die wechselvolle Geschichte der Musikgruppe zurück. Am Beginn der Playboys stand Jesus, genau genommen „Jesus Christ Superstar“. Bei der Aufführung dieses Musicals in Eisenstadt lernten sich die Musiker kennen und beschlossen, eine eigene Band zu gründen. Aus Michael und Georg Freismuth, Günther Novak, Erich Plank und Hans Siffert wurden im Sommer 1978 die Playboys. Ihren ersten Auftritt absolvierten sie im damaligen Kultlokal Martinshof. Es dauerte nicht lange, bis aus dem Geheimtipp eine gefragte Coverband wurde. „Wir waren die ersten mit Mischpult, mit professionellem Licht und wir haben uns g’scheit angezogen“, blickt Michael Freismuth zurück, „und wir haben mit Katja Brauneis als erste Band eine Sängerin gehabt.“ Die Anstrengungen machten sich bezahlt, im wahrsten Sinn des Wortes: „Bis auf einen haben alle studiert und von den Einnahmen der Band gelebt.“

In Spitzenzeiten habe man 80 Termine pro Jahr absolviert, in der Ballsaison jeden Freitag und Samstag. „Das war schon heftig“, schmunzelt Freismuth. Die Playboys spielten natürlich vor allem im Burgenland, aber auch in Russland oder Belgien. Zahlreiche Musiker waren im Laufe der Jahre Teil der Band, u. a. auch der jetzige Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl. Ganz will Freismuth die Playboys nicht loslassen: „2012 gibt’s sicher nichts. Wie es danach weitergeht, steht in den Sternen.“

( Kurier ) Erstellt am 13.01.2012