Chronik | Burgenland
05.12.2011

Plan für den "Berufsdschungel"

Was tun nach der Pflichtschule? WIFI und AMS helfen jungen Menschen diese Frage zu beantworten.

Die 17-jährige Melody Janda aus Loipersdorf, Bezirk Oberwart, kann sich schon seit der Hauptschulzeit für technische Berufe begeistern. Deshalb wählte sie in der Schule, für Mädchen eigentlich eher ungewöhnlich, auch "Technisches Werken". "Für Handarbeiten hatte ich noch nie besonderes Interesse", schildert die Südburgenländerin.

Doch nicht ein jeder kann sich so glücklich schätzen und bereits in jungen Jahren wissen, welchen Beruf er bzw. sie später ausüben möchte. Deshalb entscheiden sich viele Jugendliche bei ihrer Berufs- und Ausbildungswahl nicht immer auf Anhieb richtig. Das würden auch die steigenden Drop-Out-Raten an weiterführenden Schulen zeigen.

Persönlichkeit

Das WIFI Burgenland hat nun reagiert und eine neue Form der Berufsorientierung initiiert. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice ( AMS) wurde erstmals das Programm "Lehrlingsqualifying - Step by Step" ins Leben gerufen und durchgeführt.

Das Pilot-Projekt läuft seit 1. Februar und dauert noch bis 28. Juli. Kernstück ist das Projekt "Baulastkran". Dabei können die Teilnehmer, darunter auch vier Mädchen, ihre handwerklichen Fähigkeiten und das erworbene elektrotechnische Wissen anwenden.

"Uns war wichtig, dass sich die jungen Menschen nicht nur im Beruf weiterentwickeln, sondern vor allem auch in ihrer Persönlichkeit", erläutert WIFI-Produktmanager Manfred Schweiger. Etwaige Defizite in Mathematik oder Allgemeinwissen wurden im Rahmen der Maßnahme ausgeglichen. Nach sechs Monaten im Projekt "Lehrlingsqualifying" geht es nun in Richtung Lehrwerkstätten. Durch die verschiedensten Praktika, die in entsprechenden Firmen absolviert werden müssen, können die Jugendlichen schon in die reale Arbeitswelt hineinschnuppern. Der Kurs deckte auch die Fächer Mechanik, Elektronik und EDV ab.

Resultat

"Begonnen haben wir den Kurs mit 15 Teilnehmern, zehn davon sind verblieben. Acht werden ihre Ausbildung bei unserem Partnerunternehmen Nikitscher in Pinkafeld in Angriff nehmen. Starten wird die Lehre im Oktober, finanziert wird das Ganze vom AMS", sagt Schweiger.