Pinkafeld: Gasheizung als rot-blauer Zankapfel

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FPÖ-Hofer kritisiert die Umstellung auf Gas im Kindergarten und der Volksschule, SPÖ-Maczek kontert mit Kostenersparnis.

Der eine spricht von einer fatalen ökologischen und ökonomischen Fehlentscheidung, der andere von bewusster Fehlinformation und Hetze im Wahlkampf. Politik in Reinkultur. Doch zur Vorgeschichte: Im Zuge des Umbaus von Kindergarten und Volksschule wurde in Pinkafeld die Energieversorgung von Biomasse auf Gas umgestellt. Dies ruft nun die FPÖ in Person von Nationalratsabgeordneten Norbert Hofer auf den Plan. "Ich kenne keine zweite Gemeinde in Österreich, die diesen Weg geht", kritisiert der Freiheitliche im KURIER-Gespräch. "Alle versuchen von Gas wegzukommen, wir haben eine Fernwärmeanlage und machen nichts daraus." Der Bürgermeister (Kurt Maczek, SPÖ, Anm.) habe damit argumentiert, dass Gas derzeit billiger als Biomasse sei, betont Hofer, "aber das ist sehr kurzfristig. Langfristig wird der Gaspreis weiter nach oben gehen - und zwar massiv". Durch Biomasse würde die Wertschöpfung in der Region bleiben und zudem würden Arbeitsplätze gesichert. Am 13. Dezember trifft sich der Beirat für Erneuerbare Energie unter dem Vorsitz von Landeshauptmann Niessl, dabei will Hofer das Gespräch suchen. "Ich hoffe, dass man das noch korrigieren kann, denn künftig soll auch die Hauptschule mit Gas beheizt werden."

Vehement fällt der Konter von SP-Bürgermeister Kurt Maczek auf die blaue Kritik aus: "Die Hauptschule steht überhaupt nicht zur Debatte, sie wird erst in zwei Jahren saniert. Das ist wieder einmal eine Fehlinformation der FPÖ, eine Hetze im Wahlkampf."

Fachleute geprüft

Gleichzeitig mit dem Umbau von Kindergarten und Volksschule seien Gasleitungen verlegt worden. Experten hätten die Energieversorgung durchgerechnet, erklärt der Ortschef. Die Ergebnisse seien zudem von Fachleuten überprüft worden. „Wir sparen im Vergleich mehr als 20 Prozent der Kosten ein. In Zeiten wie diesen hat Sparsamkeit ohnehin oberste Priorität“, führt Maczek aus. „Wir haben nun zwei Möglichkeiten der Energieversorgung, eine Umstellung ist jederzeit möglich, sollte diese wirtschaftlich Sinn machen.“ Er werde ein langfristiges Energiekonzept für Pinkafeld erstellen lassen und sollte sich dabei herausstellen, dass diese Variante die günstigere sei, könnten weitere Gebäude folgen. „Auch Bioenergie steht im Raum, wir haben viel Wald für Hackschnitzel“, betont Maczek.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011