Per Bildungsbus ein Comeback im Beruf

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Zwei Jahre tourte der Bildungsbus durch das Burgenland. 39 Frauen fanden durch die Initiative einen Arbeitsplatz.

Es ist sehr unkompliziert abgelaufen, ich kann die Initiative nur weiterempfehlen", sagt Eva Reiter und spricht dabei vom Projekt " Bildungsbus". Die 56-Jährige aus Rechnitz wurde durch ihre Schwester auf den Bus aufmerksam gemacht und hat sechs Abende lang einen Computer-Kurs absolviert. Den Raum stellte die Gemeinde Rechnitz, Kosten fielen für die Teilnehmer keine an.

Zwei Jahre sei sie arbeitslos gewesen, zuvor im Verkauf einer Bäckerei tätig, erzählt Reiter. Bereits während der Bildungsbus-Zeit war die Südburgenländerin im Pflegezentrum Hirschenstein in den Bereichen Reinigung und Küche beschäftigt. Zunächst geringfügig, mittlerweile für 30 Stunden angestellt. "Auch wenn ich den Kurs nicht unmittelbar für die Arbeit brauche, ist es gut, wenn man Ahnung hat. Was man kann, kann man", betont Reiter.

Bilanz

Daniela Friedrich: "Die Frauen fanden großteils Arbeit vor Ort"
© Bild: Susanne Eiweck

Andere Frauen haben über den Bildungsbus einen Job gefunden. Diese Initiative – eine Idee von Landesräin Verena Dunst – hat es sich zum Ziel gesetzt, "Frauen, die weit weg vom Arbeitsmarkt und die mit herkömmlicher Qualifizierung nicht zu kriegen sind, abzuholen", wie es die SP-Politikerin nennt. Und so tourte der Bildungsbus 2010 und 2011 vor allem durch jene Regionen im Mittel- und Südburgenland, aber auch im Seewinkel, die eine besonders niedrige Frauenerwerbsquote aufweisen.

Die nun gezogene Bilanz kann sich sehen lassen, wie Daniela Friedrich, Geschäftsführerin von abz-austria, jener Organisation, die den Bus auf Schiene brachte, betont: "39 Frauen konnten in Arbeit gebracht werden." Die Palette reicht dabei von Jobs in der Gastronomie über Pflegehelferinnen bis zur Floristin. Auch eine Chauffeurin für eine Gemeinde wurde über den Bildungsbus vermittelt. Die Frauen fanden diese Arbeitsplätze "großteils vor Ort, in der Region", hebt Friedrich hervor.

Insgesamt habe man rund 50 Prozent der Frauen, die Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch genommen haben, wieder in den Arbeitsmarkt integrieren können. Alles in allem informierten sich 285 Frauen an den 43 Stationen.

Für den Bus standen rund 194.000 Euro zur Verfügung. Die Initiative soll "in welcher Form auch immer" weitergeführt werden, meint Dunst.

Erstellt am 08.04.2012