Chronik | Burgenland
14.06.2017

Party, Sonnenbrand und viel Bier

Festivalbesucher stimmen sich am Campingplatz auf das Musikspektakel ein.

Wenn einer das Nova Rock (siehe auch Kultur, S. 27) besucht, dann hat er viel zu schleppen: Zelt, Wasser, Klopapier und für viele das Wichtigste: Bier. Denn bevor die größte Rockparty des Landes am Mittwochabend im burgenländischen Nickelsdorf losgeht, heißt es erst einmal alles auf den Campingplatz zu befördern.

Besonders beliebt sind Scheibtruhen, um alles Notwendige für vier bis fünf Tage Festivalspaß zum Campingplatz zu karren. "Ich bin das erste Mal auf einem Festival, am wichtigsten ist die Musik und viel Bier", sagt Jonas aus Pernitz (NÖ) grinsend. Gemeinsam mit Freund Lukas schleppt er Bierkartons – bei Sonne und Temperaturen um 25 Grad.
Der Mittwoch gleicht bereits am Vormittag einer Völkerwanderung auf den Pannonia Fields. Dabei sind da gerade einmal laut Polizei 28.000 Besucher auf dem Gelände – erwartet werden in den kommenden Tagen 200.000. Derweil haben viele schon ihre Zelte bezogen. "Das ist für uns die fünfte Jahreszeit. Wir freuen uns das ganze Jahr aufs Nova Rock", sagt Mario aus Villach, der mit sechs Freunden angereist ist. "Wir sind schon um kurz vor fünf Uhr in der Früh weggefahren, um acht Uhr waren wir schon hier, um uns einen guten Zeltplatz zu sichern", ergänzt Elisabeth. Um eine ordentliche Grundlage für das Feiern die nächsten Tage zu haben, wird auf den Grillplätzen schon ordentlich gebrutzelt.
Ein Supermarkt hat sich dafür am Gelände eingemietet und stellt für ein Ticket, das man im Vorverkauf erwerben konnte, Griller samt Lebensmittel zur Verfügung. "Wir sind insgesamt 13 Leute hier am Nova Rock. Dass man selbst grillen kann, ist echt super", sagt Manuel und dreht das Kotelett um.

Keine Angst vor Terror

Wegen der jüngsten Terroranschläge wurden die Sicherheitsmaßnahmen dieses Jahr verschärft. Rund 120 Polizisten, einige davon werden auch Langwaffen und schusssichere Westen tragen, werden sich jeden Tag auf dem Gelände befinden. Dazu kommen 600 Ordner. Deren Aufgabe ist es unter anderem , die Besucher mittels Metalldetektoren, die erstmals bei den Bühneneingängen zum Einsatz kommen, zu kontrollieren.

Trotz dieser erhöhten Vorkehrungen lassen sich die Festivalbesucher nicht verunsichern. "Es sind mehr Polizisten als die letzten Jahre zu sehen, das ist uns aufgefallen. Aber ich fühle mich sicher und lasse mir die Freude am Nova Rock nicht nehmen", sagt der Villacher Mario.

Ein Stückchen weiter sitzen Simon, Johanna und Christian, die sozusagen gleich ihr ganzes Dorf mitgenommen haben: Eine Ortstafel ziert den Eingang des Zeltes und wie unschwer zu erkennen, stammen sie aus Rohrbach an der Gölsen (Bezirk Lilienfeld).

Auch die Niederösterreicher zeigen keine Angst. "Nein, wir haben kein mulmiges Gefühl. Es kann immer etwas sein, aber ich lasse mir den Spaß nicht verderben", betont Simon.

140 Sanitäter im Einsatz

Unterdessen gibt es die ersten Einsätze des Roten Kreuzes. Bis Mittwochvormittag zehn Uhr gab es laut Rot-Kreuz-Sprecher Thomas Horvath 60 Versorgungen von Patienten. "Das waren Sonnnenbrände, Kreislaufbeschwerden oder Verknöchelungen", sagt Horvath. "Vier mussten aufgrund von Schnittverletzungen ins Krankenhaus Kittsee gebracht werden", sagt der RK-Sprecher.

Insgesamt 140 Sanitäter und acht Notärzte sind an allen Tagen im Einsatz.